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Bäcker können jetzt wieder von der Fußballbegeisterung profitieren.  (Quelle: Fotolia)+
Bäcker können jetzt wieder von der Fußballbegeisterung profitieren. (Quelle: Fotolia)

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Markenrecht

Wer von der Fußball-Euphorie rund um die Frauen-WM profitieren will, sollte aufpassen. Die Fifa hat sich Markenrechte gesichert – und versteht keinen Spaß.

 

Es war ein Sommermärchen. Doch für so manchen Handwerker wäre sie beinahe zum Albtraum geworden, die Fußball-WM  2006.  Damals flogen Unternehmern Abmahnungen der Fifa nur so um die Ohren. Und nicht zuletzt auf das Bäckerhandwerk hatten sich die Anwälte der Fußball-Bosse wegen Markenrechtsverletzungen eingeschossen.  Jetzt zur WM der Frauen droht leichtfertigen Chefs wieder Ärger.

Vorsicht bei Verwechslungsgefahr

Wie Organisationen des Bäckerhandwerks betonen, müssen Unternehmer bei Marketing-Aktionen vorsichtig sein. Im Gegensatz zur WM 2006 gibt es bei der Frauen-WM keine Auflistung der geschützten Fifa-Begriffe. Grundsätzlich gefährlich wird es für Bäcker, wenn sie ohne Lizenz ein Zeichen im Geschäft verwenden, das der Fifa-Marke ähnelt.

Justiziable Verwechslungsgefahr besteht laut Handwerksorganisationen, wenn:

  • das eigene Werbezeichnen genauso oder so ähnlich aussieht wie das Markenzeichen der Fifa;
  • Brot oder andere Backwaren so gekennzeichnet sind, dass eine Ähnlichkeit oder gar Identität mit dem Fifa-Zeichen vorliegt;

Markenrechtlich geschützt sind mehrere Zeichen. Dazu gehören das offizielle Emblem („Arena Deutschland“), alle offiziellen Poster, der offizielle WM-Slogan („20ELF VON SEINER SCHÖNSTEN SEITE!“) und das offizielle Maskottchen (Klara Kick).

Tabu sind darüber hinaus Bilder und Namen von Nationalspielerinnen. Sie dürfen nur dann für Verkaufsaktionen herangezogen werden, wenn die jeweilige Spielerin zugestimmt hat.

Verstöße gegen das Markenrecht können massive Konsequenzen haben. Das reicht von Schadensersatzansprüchen bis zur Vernichtung widerrechtlich gekennzeichneter Backwaren. Wer glaubt, sein Betrieb sei zu klein, um aufzufallen, irrt gewaltig. Die Fifa hat Spezialisten darauf angesetzt, den Markt zu überwachen.

So viel ist erlaubt

Keine Probleme zu erwarten sind nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, wenn Betriebe "WM-Brötchen" oder "WM-Brot" backen. Die Fifa habe bereits zur WM 2006 klargestellt, dass solche Waren während Weltmeisterschaften verkauft werden dürfen.

Was sich anbietet im Zusammenhang mit der WM, sind Preisaktionen. Betriebe dürfen solche Aktionen aber nicht mit geschützten Begriffen wie "WM 2011" aufpeppen. Der Zentralverband rät, Werbeslogans vor der Veröffentlichung juristisch überprüfen zu lassen.

Naheliegend ist auch, Spiele live im Fernsehen oder auf einer Leinwand im Betrieb zu zeigen. Wichtig: Dafür darf keine Eintrittsgebühr verlangt werden.

Interessant für Bäcker kann es überdies sein, als Sponsor in Erscheinung zu treten. Etwa bei Public-Viewing-Veranstaltungen. Betriebe dürfen dann nicht im direkten Wettbewerb mit offiziellen WM-Sponsoren stehen. Offen steht es Betrieben, als Sponsor städtischer WM-Veranstaltungen aufzutreten.

Detaillierte Informationen darüber, war erlaubt ist und was nicht, erhalten Bäcker bei ihren Fachverbänden.

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