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Fokus
Studie zum Außer-Haus-Verzehr: Für viele gehört der Kaffee und ein Snack „to go“ mittlerweile zum Lifestyle
Sich unterwegs mit Essen und Getränken zu versorgen, gehört zum Lifestyle vieler Europäer und ist längst nicht so stereotyp wie angenommen. Das beweist eine aktuelle Studie der Professur für Convenience & Marketing an der European Business School in Oestrich-Winkel.
Es seien nicht etwa Zeitdruck und Stress, die dazu führten, dass Menschen zwischendurch zu Schokoriegel oder Snacks greifen. Wichtigster Einflussfaktor seien vielmehr die Freude an der Unterwegsversorgung – und der Genuss. Für viele Menschen gehöre die Unterwegsversorgung einfach zum modernen Lifestyle. „Sie genießen es, unterwegs einen Kaffee zu trinken oder ein Sandwich zu essen“, erläutert Prof. Dr. Sabine Möller, Inhaberin des von der Lekkerland-Gruppe getragenen Lehrstuhls.
Für die Studie wurden insgesamt über 2300 Konsumenten aus Deutschland, den Niederlanden und Rumänien befragt. Dabei wollten die Wissenschaftler in erster Linie drei grundsätzliche Fragen beantworten: Wer konsumiert unterwegs? Wo wird unterwegs konsumiert und warum wird unterwegs gegessen?
Die Studie überprüft systematisch die gängigsten Annahmen über die Unterwegsversorgung. Fazit: „Den typischen Convenience-Konsumenten gibt es nicht, denn Unterwegsversorgung hat viele Gesichter und ist in allen Bereichen der Gesellschaft fest etabliert.“ So räumt die Studie mit Vorurteilen auf, indem sie zeigte, dass sowohl Jung als auch Alt gleichermaßen gerne außer Haus essen, oder dass die Menschen auf dem Land ebenso wie Städter gerne unterwegs genießen.
Frauen bevorzugen Bäckereien
Von den drei untersuchten Ländern zeigen die Deutschen die höchste Bereitschaft zur Unterwegsversorgung, so die Untersuchung. Rund zwei Drittel von ihnen (66,2 %) verzehren häufig Snacks oder Getränke unterwegs. Und zwar nicht, weil Zeitdruck und Stress sie dazu zwingen würden – sondern vor allem, weil sie es genießen! Dazu passt, dass es in Deutschland im Vergleich zu den beiden anderen Ländern die geringsten kulturellen Vorbehalte gegen Convenience gibt: Obwohl die Mehrheit der Deutschen der Meinung ist, dass das Kochen zu Hause ein wichtiger Bestandteil der eigenen Landeskultur ist, ist dies im Ländervergleich der kleinste Anteil. Wenn es doch einmal ganz schnell gehen muss, kaufen die Deutschen gerne in Bäckereien und Fachgeschäften und in Fast-Food-Restaurants.
Insgesamt sind die Konsumenten in allen drei Ländern mit dem Angebot an Snacks und Getränken zufrieden – entscheidend hierfür ist das qualitativ hochwertige Sortiment der Anbieter. Erreichbarkeit und große Auswahl sind den Konsumenten dagegen weniger wichtig.
Männer mögen es schneller
Rund 60Prozent der Befragten gaben an, sich regelmäßig unterwegs mit etwas zu essen oder trinken zu versorgen. Kleine Unterschiede zwischen Mann und Frau gebe es aber dennoch: Während 55Prozent der Frauen eher auf den Preis und gesunde Zutaten achten, tun dies nur 41,2Prozent der Männer. So erklärten sich auch die unterschiedlichen Vorlieben bei der Wahl des Einkaufsortes: Männer mögen es gern schneller und suchen daher eher Tankstellenshops, Imbissbuden oder Fast-Food-Restaurants auf. Frauen bevorzugen es gesünder und kehren meist in Supermärkten, Bäckereien und Metzgereien ein.
Ältere legen Wert auf Stil
Das Alter hingegen spielt keine Rolle. Die Studie räumt mit einem weiteren verbreiteten Vorurteil auf, dass sich zumeist nur junge Menschen gerne unterwegs versorgen. Auch mehr als die Hälfte der über 60-Jährigen gönnt sich unterwegs gerne einen kleinen Snack. Allerdings legt die ältere Bevölkerung dabei großen Wert auf Stil – Fast-Food-Restaurants sind eher bei den unter 30-Jährigen beliebt.
Die größten Convenience-Fans sind nicht etwa Singles, sondern junge, unverheiratete Paare: 75,7Prozent von ihnen schätzen die Unterwegsversorgung, die nach ihrer Aussage zu ihrem Lebensstil einfach dazugehört. Sie sind viel unterwegs, häufig in Eile und planen ihre Mahlzeiten selten.
Convenience bedeutet für diese jungen Paare also in erster Linie Spaß und Gewinn an Flexibilität. Singles, die in Mehrpersonenhaushalten leben, tendieren dagegen am wenigsten zur Unterwegsversorgung und wissen das Angebot auch am wenigsten zu schätzen. Und auch verheiratete Paare nutzen die Möglichkeiten der Unterwegsversorgung seltener.
Interessante Zielgruppe: Pendler
Unterwegsversorgung ist nicht nur bei Großstädtern beliebt. Im Gegenteil, je ländlicher die Konsumenten wohnen, desto höher ist ihre Wertschätzung dafür, dass man sich auch unterwegs mit einem Snack oder Getränken versorgen kann.
Pendler sind klassische Unterwegsversorger. Zwei Drittel der Befragten aus dieser Gruppe gaben an, eine hohe bis sehr hohe Neigung zur Unterwegsversorgung zu haben. Vollzeitberufstätige Pendler haben insgesamt eine höhere Neigung zu Convenience, für Teilzeitpendler ist Unterwegsversorgung aber eher noch etwas Besonderes und deshalb interessanter.