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Salziger Beigeschmack

Kardinalfrage: Wie viel Salz muss ins Brot, damit es schmeckt, ohne als gesundheitsschädlich zu gelten? (Quelle: ABZ-Archiv)+
Kardinalfrage: Wie viel Salz muss ins Brot, damit es schmeckt, ohne als gesundheitsschädlich zu gelten? (Quelle: ABZ-Archiv)

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Verbraucher wollen nicht auf guten Geschmack verzichten, Politiker und Verbände fordern Beschränkungen – Bäcker kommen an der Diskussion um Reduktion nicht vorbei

Jeder zweite Verbraucher will den Salz-, Zucker- und Fettgehalt in Lebensmitteln reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage. Damit können Bäcker rein theoretisch wählen, welche Hälfte sie bedienen wollen: die Kunden, denen würziger Geschmack wichtiger als Ernährung unter gesundheitlichen Aspekten ist oder die, deren Geschmacksknospen fade Stimulation mit langem Leben gleichsetzen.

Da zudem eine Studie der Deutschen-Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) bilanziert, dass für Verbraucher guter Geschmack an erster Stelle steht und der Salzgehalt nach Fett und Zucker nur die dritte Größe ist, könnten Bäcker, deren Hauptgeschäft nicht Feinbackwaren und Torten sind, eigentlich tiefenentspannen.

Könnten, denn davor stehen die EU-Kommission mit ihrer und auch nationale Lobbyisten wie der Geschäftsführer der DLG, die der Meinung sind, „dass auch die Bäcker einen Beitrag leisten können, um die empfohlene Tageshöchstmenge von sechs Gramm zu erreichen“. Rudolf Hepp warnt die Backbranche gar davor, „diese Gelegenheit zu versäumen“, da dies mittelfristig schädlich für sie sei.

Einig sind sich Hepp und ein Praktiker wie Bäckermeister aus Düsseldorf aber immerhin darin, dass Kunden nur dann kaufen, wenn es ihnen schmeckt. „Und wenn der Geschmack nicht mehr stimmt, laufen wir Gefahr, Kunden an Industrieproduzenten zu verlieren“, sagt Hinkel. (aram)

Lesen Sie dazu auch Interview, Kommentar (S.2) und Bericht (S.3)

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