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Morphine vom Bäcker

Ob Mohnkuchen, Mohnbrötchen oder Mohnschnecken, die Produkte aus der Bäckerei sind mit Blick auf den Morphingehalt unbedenklich.  (Quelle: Archiv)+
Ob Mohnkuchen, Mohnbrötchen oder Mohnschnecken, die Produkte aus der Bäckerei sind mit Blick auf den Morphingehalt unbedenklich. (Quelle: Archiv)

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Sind Mohnbrötchen gesundheitlich bedenklich? Jetzt hat sich ein Rundfunkbeitrag mit dem Thema befasst.

Köln (abz). Seit Jahren taucht immer wieder die Frage auf, wie bedenklich der Einsatz von in Backwaren ist. Der Deutschlandfunk hat in einem aktuellen Beitrag das Thema aufgegriffen und darauf hingewiesen, dass Mohnsamen keine Morphine enthalten, also keinen Opiumrausch hervorrufen können. Allerdings durchziehe mit morphinhaltigem Milchsaft gefüllte Leitungsbahnen Stängel und Blätter der Pflanze und das Gehäuse der Frucht.

Ob beziehungsweise das Opiumalkaloid in die Mohnsaat gelangt und in Mohnkuchen und Mohnbrötchen kommt, hänge folglich auch vom Ernteverfahren ab, erklärt gegenüber dem Deutschlandfunk. Waschen vermindere den Morphingehalt ebenso wie weitere Verarbeitungsschritte, wird im Beitrag betont.

Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV) ergänzt: "Auch durch ein Erhitzen der Mohnsaat, etwa beim Backen, kann man den Morphingehalt nochmal deutlich reduzieren. Man geht hier davon aus, dass etwa 80 bis 90 Prozent Reduktion möglich sind. Erhitzt wird die Mohnsaat letztlich beim Bäcker." Und dieser habe seit einigen Jahren kaum noch das Problem, dass der Morphingehalt stark schwanke, erläutert Inge Eversberg vom Chemischen Veterinär- und Untersuchungsamt Sigmaringen.

Das Untersuchungsamt befasst sich seit einigen Jahren schwerpunktmäßig mit der Kontrolle von Back- und Speisemohn. Die Ergebnisse fasst Eversberg wie folgt zusammen: "Es zeigt sich immer wieder, dass sich weiterhin Mohn mit hohen beziehungsweise sehr hohen Morphingehalten im Handel beziehungsweise im Verkehr befindet. Die letzten aktuellen Fälle gehen auf Importwaren aus Australien zurück."

Im Hinblick auf den Morphingehalt gibt es keine gesetzlichen Anforderungen. Die EU-Kommission überlegt aber zurzeit, Höchstmengen für Opiumalkaloide einzuführen.

Weitere Informationen

Bäcker sollen sich beim Kauf von Mohn über die Qualität informieren, um Mohnbrötchen mit möglichst niedrigem Morphingehalt anbieten zu können.
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