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Regulierung aller Orten Kommentar

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Meinung

Was verbindet die Bäckerei Schulte in Winterberg im Hochsauerland und die Bäckerei Becka-Beck auf der schwäbischen Alb: Beide müssen im Winter kräftig Schnee schippen und beide müssen sich mit den Gesetzen aus dem fernen, - meist schneefreien Brüssel beschäftigen: Vom Schneeschippen versteht man in Brüssel also naturgemäß nicht besonders viel, von der Praxis im Bäckerhandwerk aber offensichtlich ebenfalls nicht – auch naturgemäß? Alles zu weit weg? EU-Parlamentarier Dr. Peter Liese stieß jedenfalls bei einigen seiner Kollegen mit seinem Einsatz für die Realitäten der Lebensmittelhandwerker auf Unverständnis: Es habe sich doch noch kein Handwerksbäcker beklagt, meinte man. Schneeschippen ist mühselig, die Beschäftigung mit Regulierungen der EU-Kommission auch: Ein Beschäftigungsprogramm zur Abarbeitung Brüsseler Bürokratieaufgaben hat das Bäckerhandwerk allerdings nicht nötig, der Wettbewerb mit backendem LEH und Tankstellen sorgt für genug Beschäftigung.

Apropos Tankstellen: Nicht nur in Brüssel scheint politischer Regulierungseifer zu regieren: In Württemberg hängt der Haussegen zwischen Landesregierung und Bäckern, Floristen und Konditoren schief: Weil am 11. Mai Pfingsten und Muttertag zusammen fallen, müssen die Öfen in den Handwerksbackstuben kalt bleiben. Die Tankstellen wird's freuen, die dürfen backen und öffnen – alles gesetzlich geregelt. Oettinger rät zur Lösung des Problems, die Blumen schon am Tag zuvor zu kaufen – und die Brötchen etwa gleich mit? Bei allem Verständnis für den Schutz kirchlicher Feiertage: Wenn schon in Brüssel Zeichen und Wunder geschehen, und realitätsnah, nämlich flexibel gehandelt wird, dann müsste das doch in Stuttgart auch möglich sein – oder?

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