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Nicht gebackene Torte kostet 135.000 Dollar

Prozessgegenstand: Da sie sich geweigert haben, die Hochzeitstorte für ein lesbisches Paar zu backen, soll ein Bäckerpaar in den USA 135.000 Dollar Strafe bezahlen. (Quelle: Fotolia)+
Prozessgegenstand: Da sie sich geweigert haben, die Hochzeitstorte für ein lesbisches Paar zu backen, soll ein Bäckerpaar in den USA 135.000 Dollar Strafe bezahlen. (Quelle: Fotolia)

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Rechtsstreit

In den USA verurteilt ein Berufungsgericht ein Bäckerpaar, das sich geweigert hatte, die Torte für die Hochzeit zweier Frauen zu backen.

Berlin/Gresham (abz). Am Court of Appeals, dem Berufungsgericht des US-Staates Oregon, wurde jetzt ein Fall verhandelt, bei dem es um die Rechte homosexueller Paare, Religionsfreiheit und um Kuchen geht.

Wie die taz weiter berichtet, bekamen Melissa und Aaron Klein, Inhaber einer Bäckerei in Gresham 2013 den Auftrag, den Kuchen für eine gleichgeschlechtliche Hochzeit zu backen. Was sie nicht taten. Diesen Auftrag anzunehmen, widerspreche den Grundsätzen ihres christlichen Glaubens, so die Begründung.

Anzeige wegen erstattet

Die Kundinnen, Rachel und Laurel Bowman-Cryer, erstatteten daraufhin Anzeige wegen Diskriminierung. Der Staat Oregon untersagt Unternehmern, geschäftliche Dienstleistungen aufgrund der sexuellen Orientierung der Kunden zu verweigern. Nach Bekanntwerden des Falls wurde die Bäckerei Ziel von Protesten und Angriffen. 2016 machten die Kleins ihren Laden zu.

2015 gab es laut taz-Bericht die erste Entscheidung des Gerichts: Die Kleins wurden zu einer Schadensersatzzahlung von 135.000 Dollar verurteilt. Sie gingen dagegen in Berufung und wandten sich an die nächste Instanz.

Die zentralen Fragen im Berufungsprozess waren, ob ein Kuchen die "künstlerische Ausdrucksform von Bäckern und deswegen in besonderer Form von der Meinungsfreiheit geschützt ist" und ob der Schadenersatz zu hoch angesetzt ist. Die Jury bestätigte das Urteil, gegen das die Kleins erneut Berufung angekündigt haben.

 

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