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Qualitätsvorteile durch Technikeinsatz

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INTERVIEW

Wolfgang Krumbein ist Gründer und Inhaber von Krumbein rationell. Seit 1980 produziert er mit inzwischen rund 46 Mitarbeitern Bäckereimaschinen. Waren es zu Beginn noch Hörnchenwickelmaschinen, so sind es heute eine Vielzahl von Maschinen, die das Arbeiten in der Bäckerei rationeller machen. Nicht zuletzt deshalb heißt der Betrieb Krumbein rationell.

ABZ: Wie sehen Sie die Entwicklung im Bäckereibereich gegenwärtig und künftig?

Wolfgang Krumbein: Rationalisierung ist gerade wegen des Preisdrucks unumgänglich. Es sind vor allem die mittleren Bäckereibetriebe ab vier bis fünf Filialen, die gerade in der Produktion günstiger arbeiten müssen.

Dies wird sich künftig immer schwieriger entwickeln. Die Kunden werden zum einem immer preisbewusster, zahlen also nicht mehr jeden Preis. Zum anderen werden sie aber auch qualitätsbewusster und gewünscht wird eine gleich bleibende Qualität.

Das Problem für Betriebe der mittleren Größenordnung wird also sein, auf der einen Seite günstig zu produzieren und gleichzeitig eine anständige und vor allem eine gleich bleibende Qualität zu produzieren. Gefragt ist hier also Technikeinsatz.

Wir bieten hier Lösungsansätze. Pauschallösungen wird es so in der Branche nicht geben können. Vielmehr muss überlegt werden, welche Lösung für den einzelnen Betrieb machbar und auch wirtschaftlich ist.

ABZ: Welche Vorteile kann ein Betrieb durch vernünftigen Technikeinsatz erzielen?

Wolfgang Krumbein: Klar ist auf der einen Seite der Rationalisierungseffekt. Sie sparen also an teurer Handarbeit. Preispolitisch wird es ja für die Bäcker immer wichtiger, manuelle Tätigkeiten durch Technik zu ersetzen.

Sie können aber auch qualitativ große Vorteile durch den Technikeinsatz erzielen. Unser Ziel ist es, dass der Bäcker seine bisherigen Rezepturen beim Einsatz von Technik aus unserem Hause auch weiterhin verwenden kann. Gleichzeitig erreichen Sie jedoch eine Gleichmäßigkeit, die mit Handarbeit kaum erzielt werden kann. Massen werden punkt- und grammgenau aufdressiert, Kuchen werden jedes Stück absolut gleichmäßig geschnitten – nur zwei Beispiele, wie Technik Vorteile in Sachen Qualität bringt.

ABZ: Wie wird die rationalisierende Technik in den Betrieben angenommen?

Wolfgang Krumbein: Jedem muss klar sein, dass Technik nur dann sinnvoll eingesetzt werden kann, wenn auch die Menschen voll dahinter stehen, die sie bedienen. Der Unternehmer muss also erreichen, dass die Mitarbeiter aufgeschlossen gegenüber der Neuerung sind.

Der Unternehmer ist gut beraten, wenn er die Mitarbeiter vor der Anschaffung und der Inbetriebnahme der Maschine informiert. Oftmals spielt ja die Angst um den Arbeitsplatz bei den Mitarbeitern eine wesentliche Rolle, wenn es um die Akzeptanz einer solchen Maschine geht.

Gerade unsere Erfahrung zeigt aber, das letztlich durch Maschinen, die rationalisieren und gleichzeitig auch die Qualität erhöhen, Synergieeffekte für andere Bereiche geschaffen werden. Kapazitäten werden für andere Bereiche frei und ein Mehrumsatz wird erzielt. Dies schafft und sichert also letztlich Arbeitsplätze.

ABZ: Die Zuliefererbranche für das Bäckerhandwerk klagt,
wie auch viele andere Branchen, über Kaufzurückhaltung der Kunden. Wie sehen Sie das?

Wolfgang Krumbein: Alle warten auf bessere Zeiten. Gerade mittelständische Betriebe trauen sich aufgrund der politischen Rahmenbedingungen nicht, zu investieren. Es fehlt vielen einfach die Zukunftssicherheit.

Egal, ob es nun Bundestagswahlen gibt oder nicht, egal auch, wer dann an die Macht kommt, gebraucht wird so schnell wie möglich eine Politik, die den Mittelstand ins positive Licht rückt. Ein Beispiel wäre der Abbau der Bürokratie: Statt sich mit Vorschriften und Gesetzen befassen zu müssen, muss den Mittelständlern mehr Zeit gegeben werden, um sich um ihre Unternehmen zu kümmern. (pf)

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