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Bank haftet anteilig für Trickbetrug

Vor dem Oberlandesgericht (OLG) in München wurde verhandelt, wer die Schuld für den Trickbetrug tragen muss. (Quelle: Fotolia)+
Vor dem Oberlandesgericht (OLG) in München wurde verhandelt, wer die Schuld für den Trickbetrug tragen muss. (Quelle: Fotolia)

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Prozess

Eine Mitarbeiterin der Hofpfisterei in München hatte 1,9 Mio. Euro nach Hongkong überwiesen. Gericht sieht Mitschuld bei der Bank.

München (abz). Das Oberlandesgericht (OLG) München hat der Bank der eine Mitschuld im Fall eines Trickbetrugs gegeben, der die Bäckerei um 1,9 Millionen Euro gebracht hat. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung. Im Mittelpunkt des Verfahrens stand demnach die frühere Buchhalterin der Hofpisterei, die von Trickbetrügern dazu gebracht wurde, den Betrag nach Hongkong zu überweisen. Nach Meinung des Gerichts liege eine Mitschuld der Bank bei  "einem Viertel bis zu einem Drittel" bei der Bank. Die Richter forderten die Prozessbeteiligten auf, in Vergleichsverhandlungen zu treten.

Nach Angaben der Zeitung hatten Trickbetrüger im Jahr 2015 die Bäckerei um den Millionenbetrag erleichtert. Demnach fälschten sie angebliche Mails der Hofpisterei-Geschäftsführerin Nicole Stocker und brachten die damalige Buchhalterin dazu, eine als "vertrauliche Finanztransaktion" getarnte Überweisung auszuführen.

In der gefälschten Mail wurde die Buchhalterin demnach instruiert, nicht persönlich mit der Chefin zu sprechen, die wenige Türen weiter saß. Doch auch die Bank störte sich dem Bericht zufolge nicht daran, dass der Überweisungsauftrag per Fax und nur mit einer Faksimile-Unterschrift gesendet wurde. Die Buchhalterin arbeitet nicht mehr bei der Hofpfisterei.

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