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Ätzende Laugenbrötchen

Die Konzentration der Lauge auf den Brötchen war zu hoch. (Quelle: Fotolia)+
Die Konzentration der Lauge auf den Brötchen war zu hoch. (Quelle: Fotolia)

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Prozess

Die Konzentration der Natriumlauge war wohl zu hoch. Ein Bäcker wurde jetzt verurteilt - wegen "fahrlässigen Nichteinleitens eines Verfahrens".

Göppingen (abz). Ein Bäcker im Landkreis Göppingen (Baden-Württemberg) ist jetzt zu einem von 400 Euro verurteilt worden. Begründung: "wegen fahrlässigen Nichteinleitens eines Verfahrens". Wie die Südwestpresse berichtet, ist der dazu gehörende Fall ewas komplizierter: Ein Kunde hat im August 2015 in einer Filiale des Bäckers Laugenbrötchen gekauft, die wohl mit einer zu starken Konzentration der Natriumlauge benetzt waren. Beim Verzehr verätzte er sich Lippen und Mund. Der Mann informierte daraufhin den Bäcker und die Lebensmittelaufsicht beim Landratsamt.

Verkäuferin belaugt nicht fachmännisch

Schnell hatte sich herausgestellt, dass die zuständige Verkäuferin die Brötchen nicht fachmännisch belaugt hatte. Der Bäcker reagierte schnell und kündigte der Mitarbeiterin. Er versäumte aber, die Lebensmittelaufsicht zu informieren, dazu wäre er aber verpflichtet gewesen.

Der Käufer hatte die sieben Brötchen kurz vor Ladenschluss mitgenommen und der Bäcker hatte angenommen, dass keine weiteren Produkte dieser Charge in den Verkauf gegangen sind. Deshalb habe er den Vorfall auch nicht gemeldet. Das sahen die Lebensmittelkontrolleure anders und schickten dem Bäcker einen Bußgeldbescheid über 400 Euro, gegen den dieser Widerspruch einlegte. Der Fall kam nun vor das Amtsgericht.

Bäcker habe die Ware nicht mehr unter Kontrolle gehabt

Dort legten die Kontrolleure dar, warum sie den Vorgang nicht zu den Akten legen könnten. Sie nähmen lebensmittelrechtliche Vorfälle mit Lauge sehr ernst und konnten an diesen Tagen nicht abgrenzen, wieviel Ware tatsächlich im Umlauf war. Bei größeren Vorfällen müsste die ganze Maschinierie anlaufen mit Rückruf und eventuellen Aufrufen in Rundfunk und Fernsehen. Der Bäcker habe die Ware nicht mehr unter Kontrolle gehabt, deshalb hätte^n über das weitere Vorgehen nur die Lebensmittelkontrolleure zu entscheiden gehabt. Dies sah die Amtsrichterin genauso und bestätigte das Bußgeld von 400 Euro. Das Verfahren gegen die gekündigte Mitarbeiterin stehe noch aus.

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