ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Prachtvoll und praktisch

Zu den Schmuck- und Glanzstücken der Sonderausstellung gehört auch diese kunstvolle Zunfttruhe aus dem Jahr 1764.  (Quelle: Museum)+
Zu den Schmuck- und Glanzstücken der Sonderausstellung gehört auch diese kunstvolle Zunfttruhe aus dem Jahr 1764. (Quelle: Museum)

Weitere Artikel zu


Ausstellung

Ulm ist eine Reise wert - vor allem mit Blick auf die 100 Glanzstücke des Museums für Brotkultur.

Ulm (abz). Seit dem 10. September 2014 zeigt das eine Auswahl von einhundert kunsthandwerklichen Objekten aus der eigenen Sammlung, die so noch nicht zu sehen war. Unter dem Titel „Prachtvoll!“ lenkt die Präsentation dieser Glanzstücke den Blick auf das – zumeist prachtvolle – Dekor der Gebrauchsgegenstände. Dabei geht es um die praktische Funktion, aber vor allem  um ihre aufwendige und kostbare Gestaltung  owie um die jeweilige Bedeutung dieser Gestaltung immer mit Bezug zum Thema Brot, Getreide oder Nahrung aufweist.

Götter, Geld und Gräber

Die unter diesem Titel versammelten Exponate zählen zu den herausragenden „Glanzstücken“ der Sammlung des Museums der Brotkultur; die Objekte entstammen den antiken Hochkulturen in Ägypten, Griechenland und Rom. Es handelt sich dabei meist um Kultgerät (Grabbeigaben, Götterfiguren oder Opfergaben), aber auch um Gebrauchsgegenstände wie Münzen und Schmuck.

Zunft und Bäckerstolz

Sowohl die Zunftgeräte, die bei Zunftversammlungen und Freisprechungen Verwendungen fanden, als auch die Gegenstände öffentlicher Repräsentation der Zünfte (Fahnen) und schließlich auch die persönlichen Besitztümer zünftiger Bäcker sind mit ihrem Wappen oder mit dem zentralen Schmuckmotiv der Brezel verziert. Das Dekor ist hier Ausdruck einer Identität, die keine deutliche Trennung zwischen privatem und beruflichem Lebensbereich kennt.

Höfischer Tafelschmuck und bürgerliche Wohnkultur

Zu den großen Auftraggebern des Kunsthandwerks gehörten seit dem Mittelalter neben dem Adel das städtische Bürgertum. Die Motive der Ähre und des Getreideanbaus (Brot selbst kommt als Schmuckelement praktisch nicht vor) finden sich auf Gegenständen, welche sich der Speisetafel zuordnen lassen. Neben feudalem Tischschmuck aus Porzellan mit Darstellungen ländlicher Arbeiten oder aufwendig gestalteten Ofenkacheln sind dies Silberhumpen und ähnliches, die biblische Brot-Szenen zeigen.

Heilige Gefäße

Beim liturgischen Gerät, das für den Dienst am christlichen Altar bestimmt ist, und bei anderen Objekten, die ursprünglich zur prachtvollen Ausstattung eines Hochaltars gehört haben, hat das kleinste Detail niemals seinen Zweck in sich selbst, sondern verweist immer auf den eucharistischen Sinn der vom Priester konsekrierten Gaben von Brot und Wein. Dies gilt für die edlen Materialien ebenso wie für das Dekor, das immer „zur höheren Ehre Gottes“ dienen soll.

Zu sehen sind die „Einhundert Glanzstücke aus der Sammlung“ des Museums der Brotkultur in dieser Zusammenstellung bis einschließlich 9. November 2014.

Weitere Informationen: www.museum-brotkultur.de

Hier lassen sich Bäcker und Azubis inspirieren: das Museum für Brotkultur.
Auch interessant

Tradition und Moderne

Die Brotherstellung wandelt sich rasant. Hintergründe zeigt die Ausstellung im Museum für Brotkultur. Azubis haben freien Eintritt. mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel