ABZ - Das Fachportal für Bäcker

„So Rot war Schwarz noch nie"

Der Zentralverband, auch Ausrichter des Tags des Deutschen Brotes, kritisiert den Koalitionsvertrag.  (Quelle: Zentralverband)+
Der Zentralverband, auch Ausrichter des Tags des Deutschen Brotes, kritisiert den Koalitionsvertrag. (Quelle: Zentralverband)

Weitere Artikel zu


Politik

Der Zentralverband kritisiert den Koalitionsvertrag, der bekannte Positionen von SPD und Grünen enthalte, die Bäckern schadeten.

Berlin (abz). Der kritisiert den von CDU/CSU und SPD, da er wirtschaftspolitisch dringliche Themen nicht aufgreife und in der Ernährungspolitik neue Belastungen für die Betriebe schaffe. Die drängendsten Anliegen des Verbandes hätten nur bedingt als positive Ergebnisse für das Handwerk Niederschlag in dem Papier gefunden.

„Dass die mögliche neue Regierung die Verringerung der finanziellen und bürokratischen Lasten, die vor allem das Bäckerhandwerk hart treffen, nicht als konkretes Politikziel vereinbart, ist unverständlich“, kommentiert ZV-Präsident Michael .  „Obwohl wir seit Jahren ein Ende der staatlich verursachten Wettbewerbsverzerrung in der EEG-Umlage fordern und spürbare Entlastungen dringend brauchen, wird die Bezahlbarkeit der Energiewende nur marginal gestreift.“

Enttäuschung über Aussagen zur Arbeitszeit

Eine Enttäuschung stelle auch die Entwicklung im Bereich Arbeitszeit dar: Die Parteien hätten zwar die Notwendigkeit einer Reform des geltenden Rechts erkannt, knüpften mögliche Ausweitungen und Flexibilisierungen der Arbeitszeit aber an Tarifverträge. „Wir brauchen hier dringend Unterstützung zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe. Mit Tarifverträgen ist uns nur sehr bedingt geholfen“, so Wippler.

Daniel Schneider, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes, ergänzt: „Der im Koalitionsvertrag häufig zu findende Lobgesang an die ‚Wirtschaftsmacht von nebenan' findet sich leider nicht bei den konkreten Politikbereichen wieder. Reformulierung, Nährwertampel, Hygienebarometer sind typische Forderungen der Sozialdemokraten und Grünen. Warum die Unionsparteien da mitmachen, ist mir schleierhaft.“

So Rot sei Schwarz noch nie gewesen. Schneider: „Wir sind gespannt, wie sich die jeweiligen Ressorts mit den neuen Ministern bei der Umsetzung aufstellen. Aber klar dürfte mit dieser möglichen Koalition sein: Lippenbekenntnisse fürs Bäckerhandwerk brauchen wir nicht, sondern richtungweisende Verbesserungen. Diese sind in dem Papier nicht zu finden.“

Streiten gemeinsam für den Schutz des Bäckerhandwerks: Michael Wippler, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks (l.) und Daniel Schneider, Hauptgeschäftsführer des Verbands, bei ihrem Besuch der Internationalen Grünen Woche.
Auch interessant

Präsident wettert gegen Discounter

Michael Wippler fordert von Politikern eindeutige Regelungen zum Schutz des Bäckerhandwerks. mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel