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Petition gescheitert

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Das "Aushängeschild" der Petition gegen das Bäckersterben. Grafik/Quelle: Openpetition

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„Stoppt das Bäckereisterben" ist eine Initiative mit großer Resonanz - aber zu wenigen Unterschriften.

Wendlingen (wk). Back Blogger hat  am 10. Dezember 2014 eine einzigartige Kampagne zur Rettung der deutschen Handwerksbäcker gestartet: „Wir wollen erreichen, dass der Begriff des Bäckers geschützt wird.“ Doch via Online-Petition sind nur 7626 zusammen gekommen - statt den nötigen 50.000.

Als Vorbild diente die französische Gesetzeslage: „Seit 1998 darf sich in Frankreich nur noch der Bäckerladen "Boulangerie" nennen, in dem der Bäcker den Teig selbst knetet, das Brot backt, keine Tiefkühlware verwendet und die frische Ware dort verkauft“, heißt es im Aufruf zur .

„Ein solches Gesetz brauchen wir auch in Deutschland“, dachte sich Brotliebhaber und Hobbybäcker Schreyer, damit der Verbraucher gleich erkennt, wo denn handwerklich gebacken wird. Am 9.Februar. 2015 endete nun die Zeichnungsfrist.

Die Petition ist nun bereit zur Übergabe an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages, doch erst ab 50.000 Unterschriften kann Initiator Schreyer eine Stellungnahme des Bundestages einfordern.

Damit dürfte die Petition gescheitert sein

Eine rege Diskussion hat er aber auf jeden Fall angestoßen: Eine Vielzahl von Beiträgen und Kommentaren auf der Seite www.openpetition.de/petition/online/stoppt-das-baeckereisterben-gesetz-nach-franzoesischem-vorbild ) spricht Bände über das Interesse am Thema.

Hier zwei konträre Positionen aus der Debatte:

"Stoppt das: - Schneidersterben - Schuhmachersterber - Fernsehgerätehersteller - Küchengerätehersteller - Fahrradhersteller - Staubsaugerhersteller -... Merkt ihr was? Richtig, es ist der normale Prozess, dass Berufe mal mehr, mal weniger gefragt sind. Warum sollen Bäcker hier bevorzugt behandelt werden? Fragt mal die Mitarbeiter von Nokia, oder Opel Bochum, die von Quelle und viele mehr. Es gibt keinen Anspruch auf Erbhöfe in der Wirtschaft!“ (Anonym)

„Brot ist ein Grundnahrungsmittel und ein Kulturgut. Es ist wichtig, als Verbraucher zwischen Handwerk und Industriefertigung unterscheiden zu können. Die Bezeichnung "Bäckerei" suggeriert, dass es sich um einen Betrieb handelt, in dem handwerklich gebacken wird. Tatsächlich machen aber viele Betriebe nichts anderes, als tiefgefühlte Fertigteiglinge aufzubacken. Das können auch Tankstellen oder private Verbraucher. Derartige Betriebe sollte deshalb einen anderen Namen tragen.“ (Anonym)

Ein Back-Blogger hat die Initiative zum Schutz des Begriffs Bäckerei gestartet.
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Leser-Kommentare zum Artikel (2)

  • Gerhard Schuldhaus, Straubing 26.02.2015 um 10:16

    Betreff: Ergänzend zu meinem vorangegangenem Kommentar Gerhard Schuldhaus: "Des weiteren bin ich von unserer Dachorganisation enttäuscht, welche diese Petition wesentlich bekannter machen hätte können. Scheinbar war dies nicht in Ihrem Interesse!"

  • Gerhard Schuldhaus, Straubing 26.02.2015 um 09:07

    Betreff: "Stoppt das: -Schneidersterben - Schumachersterben - ..." Kommentar Gerhard Schuldhaus (Großköllnbach) zu diesem Beitrag: "Der Verfasser dieses Beitrages hat den Sinn der Petition nicht verstanden. Hier geht es nicht um das Sterben der Bäcker – hier geht es um die Bezeichnung der Bäckerei. Es soll sich nur ein Handwerksbetrieb, der seine Produkte selbst herstellt und nicht fertig zukauft, als Bäckerei betiteln dürfen."