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Partnersuche mit Millionen

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Wenn wirtschaftlich gesunden Betrieben mit guten Prognosen ein Nachfolger fehlt, wird der Verkauf an branchenfremde Investoren für immer mehr Bäckereien eine Option.

Zinsen gibt‘s in Deutschland keine mehr, die Schweiz ist auch nicht mehr, was sie mal war, und bei den aktuellen Immobilienpreisen sind Hauskäufe aktuell auch kein echter Tipp: Investoren, die ihr Geld anlegen möchten, haben‘s nicht leicht.

Einige von ihnen wissen sich aber zu helfen und machen in Bäckereien. Wo brancheninterne Nachfolgen scheitern, weil der Nachwuchs andere Berufspläne hat und auch ein Bäckerkollege kein Interesse zeigt, kommen vermehrt externe Geldgeber zum Zuge.

Die investieren ihre Millionen Euro allerdings nicht zur Rettung der deutschen Brotkultur, sondern zielen auf Dividende.

Aus genau diesem Grund nehme das Investorenmodell zwar auch im Bereich von Bäckereien an Bedeutung zu, sagt Finanzexperte Dietmar Kohl von der DZ Bank, „aber das Unternehmen muss gut aufgestellt sein, da müssen die Zahlen und das Umfeld stimmen“. Ein Jahresumsatz von 15 Millionen Euro sei die Mindestgröße.

Diese Hürde überspringt die Bäckerei Karl Schmidt in Nordrhein-Westfalen mit rund 25 Millionen Euro und 54 Filialen locker. Karsten Schmidt ist einer der Inhaber, dessen Nachwuchs nicht backen mag. Zur rechtzeitigen Übergaberegelung an einen Nachfolger ist der 55-Jährige daher mit einem Investor ins Geschäft gekommen, der ihm von seiner Hausbank vermittelt worden war. Jetzt arbeitet Schmidt als Geschäftsführer in seinem früheren Betrieb und ist mit der Lösung höchst zufrieden. (aram)

Lesen Sie dazu Interview, Kommentar und Bericht (S. 2-3)

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