ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Themenkanal Recht & Steuern

Olivenkern im Ciabatta-Bötchen beschäftigt Justiz

Ob gekaufte Oliven immer wie angegeben entkernt sind? Ein Restrisiko bleibt. +
Ob gekaufte Oliven immer wie angegeben entkernt sind? Ein Restrisiko bleibt.

Weitere Artikel zu


Urteil

Obwohl er beim Essen eines Ciabatta-Brötchens zwei Backenzähne beschädigte, bekommt ein Kunde kein Schmerzensgeld. Was war passiert?

Marienberg (abz).  Der Verzehr eines Ciabatta-Brötchens mit Oliven hat das Marienberger Amtsgericht beschäftigt. Wie die Freie Presse berichtet, hatte ein Mann aus Zschopau seinen Bäcker verklagt. Er hatte beim Essen einer Semmel auf einen Olivenkern gebissen und sich eine Zahn-Brücke und zwei Backenzähne beschädigt. 2250 Euro Schmerzensgeld und zusätzlich 2616 Euro für die Neuanfertigung des Zahnersatzes wollte der Zschopauer vor Gericht erstreiten - ohne Erfolg. Der Bäcker konnte glaubhaft belegen, dass er für die Brötchen nur entkernte Oliven einkaufe. Gleichwohl könne er nicht ausschließen, dass doch ab und zu in einer Olive noch ein Kern sei. Der Richter sah das genauso. Er wies die Berufungsklage des Zschopauers zurück. Dabei bezog er sich auf ein ähnliches des Bundesgerichtshofs (BGH). Bis dorthin hatte sich ein Bürger durchgeklagt, der beim Verzehr eines Kirschtalers auf einen Kirschkern gebissen hatte. Der BHG hatte geurteilt, dass trotz aller Sorgfaltspflicht ein Restrisiko bleibe. Für das sei der Bäcker aber nicht haftbar zu machen. Vielmehr müsse der Verbraucher in einem Kirschgebäck mit einem Kirschkern zumindest rechnen. Ähnlich liege der Sachverhalt des Zschopauers mit dem Olivenkern im Ciabattabrötchen.

Frank Ostendorf und seine Kollegen sind zu Gefängnisstrafen verurteilt worde.
Auch interessant

Manager zu Haftstrafen verurteilt

Frank Ostendorf und zwei weitere Chefs der Brotfabrik Stauffenberg gehen wegen Betrugs ins Gefängnis. So lautet das Urteil des Landgerichts Essen. mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel