ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Ohne Handschuhe bleibt‘s hygienisch

Wenn die Verkäuferin Brot mit der Hand anfasst, ist das hygienisch absolut unbedenklich. (Quelle: Fotolia)+
Wenn die Verkäuferin Brot mit der Hand anfasst, ist das hygienisch absolut unbedenklich. (Quelle: Fotolia)

Weitere Artikel zu


Untersuchung ergibt, dass sich die Keimbelastung auf Backwaren beim Verzicht auf Handschuhe nicht erhöht

Berlin (abz). Eine bundesweite Untersuchung in Handwerksbäckereien hat ergeben, dass die Benutzung von Handschuhen beim Verkauf von keinen hygienischen Vorteil bringt.

Dies liege vor allem daran, dass Bargeld in Deutschland weitaus weniger mit Keimen belastet sei als bisher angenommen, so der Zentralverband, der zur Begründung auf eine Untersuchung der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) in deutschen Handwerksbäckereien verweist.

Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes: „Die Untersuchung hat ergeben, dass die Oberfläche von Backwaren kaum mit Keimen besiedelt ist. Deshalb macht es keinen Unterschied, ob das Verkaufspersonal benutzt oder nicht. Regelmäßiges Händewaschen ist genauso gut geeignet, führt jedoch zu deutlich weniger Hauterkrankungen als das Tragen von wasserundurchlässigen Handschuhen.“

Gefahr für die Gesundheit

des Verkaufspersonals

Konkret heißt dies: Die Oberfläche von Backwaren aus Bäckereien, deren Verkaufspersonal Handschuhe verwendet, liegt durchschnittlich bei 15,1Bakterien/cm2. Wird auf Handschuhe verzichtet, beträgt der Wert 14,8 Bakterien/cm2.

Dr. Roland Sohmen von der , der die Untersuchung geleitet hat, erläutert diese Ergebnisse: „Beide Werte liegen im unbedenklichen Bereich. Das Tragen von Handschuhen bringt keinen Vorteil für die Hygiene, sondern kann der Gesundheit des Personals schaden und die Umwelt belasten. Brötchen aus einer Handwerksbäckerei sind aus hygienischer Sicht für die Kunden sicher.“

Die Untersuchung habe zudem ergeben, dass auch Münzen und Scheine bis 10 Euro kaum mit Keimen besiedelt sind. Die Werte liegen im Schnitt bei unter 20 Keimen/cm2. Nur der 5-Euro-Schein ist im Durchschnitt deutlich höher belastet: Fünf Prozent wiesen Werte von mehr als 200 Keimen/cm2 auf.

Anlass der Untersuchung war die hohe Zahl an Hauterkrankungen unter dem Verkaufspersonal. Die Untersuchung soll 2018 in Filialen von Großbäckereien fortgesetzt werden.

Auch interessant

„15 Millionen Euro Umsatz sind die Mindestgröße“

Das Gespräch führte Reinald Wolf Im Handwerk wird es immer schwieriger, Kandidaten für die Unternehmsnachfolge zu finden. Sei es aus den eigenen familiären Reihen, sei es durch einen mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel