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Null-Toleranz-Grenze in Gefahr

Hofpfisterei wendet sich gegen Gentechnik auf dem Feld.  (Quelle: Kauffmann)+
Hofpfisterei wendet sich gegen Gentechnik auf dem Feld. (Quelle: Kauffmann)

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Offener Brief

Die Münchner Hofpfisterei fordert den bayerischen Ministerpräsidenten öffentlich auf, sich gegen die Nutzung von Gentechnik zu stellen.

München/Berlin (abz). Im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit Ernährung und Umwelt startet die mit Hauptsitz in München eine Kampagne, die die Aufweichung der geltenden Bestimmungen zur in Nahrungsmitteln verhindern soll. In einem offenen Brief anlässlich der Grünen Woche wird der bayerische Ministerpräsident aufgefordert, sein Wahlversprechen einzulösen und sich auf EU-Ebene nachdrücklich gegen die kommerzielle Nutzung von grüner Gentechnik auszusprechen.

Hintergründe für die Kampagne sind – neben den in den kommenden Wochen anstehenden EU-Zulassungsverfahren von zwei gentechnisch modifizierten Maispflanzen (Pioneer 1507, MON 810) – die laufenden Verhandlungen über das Freihandelsabkommen mit den USA, das 2015 unter Dach und Fach sein soll. „Es steht zu befürchten, dass in dem Abkommen auf Druck der US-Nahrungsmittelkonzerne weitreichende Zugeständnisse bei gentechnisch veränderten Lebensmitteln gemacht werden. Die derzeit in Deutschland geltende Null-Toleranz-Grenze beim aktiven Einsatz von Gentechnikpflanzen für alle Öko-Produkte wäre durch eine weitere Zunahme gentechnischer Verunreinigungen gefährdet“, erklärt die Geschäftsführerin der Hofpfisterei, Nicole Stocker. Es ist an der Politik, einen Vormarsch der Gentechnik in die Nahrungskette zu verhindern.

„Wir laden alle Lebensmittelhersteller und Landwirte, denen die Naturbelassenheit ihrer Produkte am Herzen liegt, dazu ein, sich an unserer Kampagne zu beteiligen. Schließlich beschränken sich die Auswirkungen von grüner Gentechnik nicht nur auf Saat- und Pflanzgut, sondern sie betreffen auch die Molkereien, Metzgereien, Bäckereien und Brauereien. Insbesondere die Geschäftsgrundlage der Betriebe mit Öko-Versprechen ist durch eine Ausweitung von grüner Gentechnik gefährdet. Deshalb gilt es, gemeinsam dagegen Flagge zu zeigen und den Druck auf die politischen Entscheider zu erhöhen“, sagt Nicole Stocker.

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Nicole Stocker sieht die Gefahr des Wettbewerbsnachteils und der Verbrauchertäuschung.
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