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NGG zündelt bei Krachenfels

Zwischen Gewerkschaft und Bäckerei lodert ein Streit auf. +
Zwischen Gewerkschaft und Bäckerei lodert ein Streit auf.

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Ein Betrieb der Branche sieht sich massiven Vorwürfen ausgesetzt - unter anderm mit dem Mindestlohn als Stimmungsmacher.

Mönchweiler (wo). Bisher war die Bäckerei nicht als schlechter Arbeitgeber bekannt. Seit vergangener Woche ist das anders. In der örtlichen Presse kursieren Vorwürfe wie "Löhne unter dem von 8,50 Euro", "jedenTag werden in jeder Krachenfels-Filiale unbezahlte Überstunden gemacht", "Abzug von Pausen", "Auszubildende werden in den Filialen alleine gelassen".

Misstände, die auf Initiative der Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG, Region Baden-Württemberg Süd) in dem Unternehmen mit 40 Filialen in der Region Schwarzwald-Baar mittels eines Fragebogens ermittelt worden sind und entsprechend weitergegeben wurden. "Ich mache den Job seit 10 Jahren und solche Umstände habe ich noch nie erlebt", wird Markus Sonnenschein von der zitiert. Und trotz dieser Vorwürfe sei es bisher nicht gelungen, mit der Geschäftsführung ins  Gespräch zu kommen und nach Lösungen zu suchen, wird weiter berichtet.

Man kann es auch anders sehen: Die NGG zündelt in der Bäckerei Krachenfels. Für Georg Krachenfels handelt es sich bei der NGG-Aktion jedenfalls um  Stimmungsmache, um Druck aufzubauen und in seinem Unternehmen einen Betriebsrat zu installieren. Schließlich sei man einer der größeren Arbeitgeber der Region und es sei ein legitimes Anliegen der Gewerkschaft, ihre Position zu stärken.

"Ich habe ja nichts gegen einen Betriebsrat, das kann eine ganz sinnvolle Institution innerhalb eines Unternehmens sein", so der Geschäftsführer der Bäckerei mit Hauptsitz in Mönchweiler bei Villingen-Schwenningen. Aber die Vorgehensweise der NGG sei in dem Fall höchst fraglich. So hätte die NGG zum Beispiel die Fragebögen an die Mitarbeiter mit Hinweis auf das Einverständnis mit der Geschäftsleitung verteilt.  Was definitiv nicht  der Fall gewesen sei, wie Krachenfels betont. Auf dieser Basis sei es für ihn ein Problem gewesen, mit der NGG an einen Tisch zu kommen. "Das ist nicht mein Stil." Im Nachhinein sei ihm aber klar, dass es trotz dieses stillosen Vorgehens besser gewesen wäre, offensiv das Gespräch mit den Gewerkschaftsvertretern zu suchen.

"Auch bei uns läuft nicht alles optimal." Aber die  Vorwürfe der NGG seien in der Summe haltlos - und imageschädigend, betont Krachenfels. So werde behauptet, dass der noch nicht geltende Mindestlohn systematisch unterschritten wird. "Nach meiner Überprüfung im Unternehmen kann hiervon nicht die Rede sein. Von den ca. 300 sozialversicherungsrechtlich beschäftigten Mitarbeitern der Firmengruppe Krachenfels sind es weniger als 10 Mitarbeiter, die einen geringeren Lohn als 8,50 Euro gegenwärtig erhalten", betont er in einem Schreiben seines Rechtsanwalts, in dem die gesammelten Vorwürfe detailliert widerlegt werden (siehe PDF-Datei im Anhang).

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