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NGG macht mit Bäcker-Aktionstag mobil

Die Gewerkschaft nutzt den Tarfstreit dazu, Mitglieder zu mobilisieren und zu akquirieren.   (Quelle: Ried)+
Die Gewerkschaft nutzt den Tarfstreit dazu, Mitglieder zu mobilisieren und zu akquirieren. (Quelle: Ried)

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In Bayern geht der Tarikonflikt weiter. Landesinnungsverband reagiert gelassen auf Kündigung des Entgelttarifvertrags.

München (ried). Der NGG-Landesbezirk will im aktuellen Tarifkonflikt im bayerischen Bäckerhandwerk mehr Druck auf den Landes-Innungsverband aufbauen. Um dies nach außen deutlich zu machen, hat die Gewerkschaft einen„Bäcker-Aktionstag“ organisiert. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die NGG bereits im Oktober den Lohn- und Gehaltstarifvertrag im bayerischen Bäckerhandwerk fristgerecht zum Jahresende gekündigt hat. Wenn nun nicht ein baldiger Neuabschluss gelingt, dann tritt im Januar 2016 etwas ein, was es im bayerischen Bäckerhandwerk zumindest innerhalb der letzten zehn Jahre nicht mehr gegeben hat: ein längerer tarifloser Zustand.

Die beiden anderen zu den Themen Mantel und Altersvorsorge sind nämlich ebenfalls gekündigt. Diese Kündigungen wurden bereits im Juli vom Landes-Innungsverband ausgesprochen. „Das ist eine unhaltbare Situation“, charakterisierte der stellvertretende NGG-Landesbezirksvorsitzende dieses Szenario.

Für den Landesinnungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk (LIV) kam die Kündigung nicht unbedingt überraschend, da die NGG bereits beim Abschluss des Vertrages deutlich gemacht hatte, dass sie zum Ende der Laufzeit kündigen werde. Dies entspricht auch dem bisher üblichen Verhalten der NGG beim Entgelttarifvertrag. „Wir haben der NGG mitgeteilt, dass wir zur Aufnahme von Verhandlungen mit dem Ziel eines Neuabschlusses dieses Tarifvertrags bereit sind, wenn zuvor eine Einigung über die strittigen Fragen beim Manteltarifvertrag und bei Altersvorsorgetarifvertrag erzielt worden ist“, erläuterte Landesinnungsmeister Heinz Hoffmann die Position der Arbeitgeberseite. Ein konkreter Termin ist aber noch nicht vereinbart.

Die NGG mittlerweile unternimmt beträchtliche Anstrengungen, um ihre Schlagkraft im bayerischen Bäckerhandwerk zu erhöhen. Seit August wurden und werden immer wieder Besuche in Bäckerei-Filialen im ganzen Freistaat durchgeführt. Die neun NGG-Regionalbüros in Bayern haben dafür speziell rund 20 Mitarbeiter vorübergehend eingestellt, die vor allem durch die Verteilung von Flugblättern die „Beschäftigten informieren und mobilisieren“ sollen.

Beim Aktionstag äußerte Mustafa Öz die Einschätzung: „Zum jetzigen Zeitpunkt würden wir nur ungern streiken wollen.“ Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Haltung verändert.

Noch ist nicht klar, wohin der Weg in Sachen Schlichtung führt.
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