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Neue Vorgaben und Versicherungsschutz

Ab Dezember gilt die Kennzeichnungspflicht für Allergene auch in loser Ware. Ein Versicherungsproblem? +
Ab Dezember gilt die Kennzeichnungspflicht für Allergene auch in loser Ware. Ein Versicherungsproblem?

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Allergen-Kennzeichnung

Unbeabsichtigte Allergen-Beimischungen sind ein Thema der Qualitätssicherung. Aber wie sieht es mit der Haftung aus?

Königswinter (abz). und unbeabsichtigte Beimischung zu Lebensmitteln. "Seit Wochen werden wir durch verunsicherte Kunden auf die Absicherung dieses vermeintlich neuen Risikos angesprochen", heißt es in einer Pressemeldung der SHB-Versicherung.

Es würden Szenarien beschrieben, in denen durch unbeabsichtigte Beimischungen zu Lebensmitteln allergische Schocks bei Kunden entstehen und sogar Tote werden mit ins Feld geführt. Das sei aus Versicherungssicht überzogen.

Denn durch die Kennzeichnungspflicht hat sich versicherungstechnisch nichts geändert. "Seit Bestehen der wurde als Ursache einer allergischen Reaktion durch Produkte unserer Mitglieder kein Personenschaden gemeldet.  Selbst der angenommene Fall eines möglichen Personenschadens, war und ist auch nach der Kennzeichnungspflicht durch die Produkthaftpflichtversicherung, die fester Bestandteil in den Haftpflichtverträgen und SBSPolicen der SHB ist, gedeckt", betont der Versicherungsexperte für das Lebensmittelhandwerk.  "Danach werden ungerechtfertigte Ansprüche durch die SHB für unsere Mitglieder abgewiesen, gerechtfertigte Ansprüche beglichen."

Es hat sich durch die Allergen-Kennzeichnung keine Veränderung im Haftpflichtrecht, im BGB oder imProdukthaftungsgesetz ergeben.

Unbeabsichtigte Beimischungen gelten nicht als Zutat und unterliegen somit nicht der Kennzeichnungspflicht. Einige Nahrungsmittelhersteller nehmen einen freiwilligen Warnhinweis aus Gründen der Produkthaftung in die Kennzeichnung mit auf. Allerdings befreien solche Hinweise einen Produzenten nicht davor, organisatorisch die Vermeidung von unbeabsichtigten oder unvermeidbaren Verunreinigungen sicher zu stellen.

Unbeabsichtigte Beimischungen sind ein Thema der und des betrieblichen Risikomanagements.Wenn der Hersteller eine nachvollziehbare Qualitätssicherung betreibt, die im Nachhinein zur Entlastung beitragen kann, so muss er sich auch nicht vor etwaigen Anspruchstellern fürchten. Die Entlastungsmöglichkeit durch ein nachweisbares Qualitätsmanagement ist natürlich für den Haftpflichtversicherer bzw. der SHB von großer Bedeutung. Aber auch diese Bedeutung ist durch die Allergen-Kennzeichnung nicht verändert worden, da bereits heute die allgemeine Produkthaftpflicht erhebliche Risiken in sich birgt.

Weitere Informationen: www.shbversicherungen.de

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