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Nebenbei geht in die Binsen

Nebenbei geht in die Binsen (Quelle: Unternehmen)+
Nebenbei geht in die Binsen (Quelle: Unternehmen)

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Brot, Brötchen, Kuchen verkaufen, Snacks herstellen, Ladenbacken, Produkt- und Ernährungsinformationen bieten, Kaffee mit der Siebträgermaschine herstellen. An der Verkaufsfront ist Action gefragt. Und jetzt auch noch Kaffee rösten? Da stellt sich doch die Frage, wer das bieten kann – und leisten will? Zumal in allen Bereichen Qualität, sprich Professionalität oberstes Gebot ist. Mit dem Mindestlohn kann man guten Leuten jedenfalls einen so anspruchsvollen Job nicht schmackhaft machen.

Auch grassierender Personalmangel steht dagegen, ein weiteres Fass mit anspruchsvollen Aufgaben aufzumachen. Vor allem dann nicht, wenn man Personalkosten sparen will und Mitarbeiter nur als belastende Faktoren sieht. In dem Fall ist es eh gut, die Finger vom Geschäft zu lassen, oder als Händler zu agieren. Wer sich aber der Produktion von Genussmitteln verschrieben hat, und das mit Leidenschaft betreibt, der kann sich als Bäcker auch mit dem Thema Rösten befassen – wenn er eh auf das Kaffeegeschäft setzt. Denn durchs Rösten kann er – analog zum Backen – den Produktionsprozess und somit die Qualität vom Rohstoff bis zum Endprodukt positiv beeinflussen – mit Blick auf Qualität und Transparenz.

Das sind Pfunde, mit denen Bäcker noch stärker wuchern sollten. Das Rösten wäre diesbezüglich ein weiterer Beweis für die Qualitäts- und Genusskompetenz des Bäckers. Allerdings sollte auch dieses Geschäftsfeld mit Leidenschaft betrieben werden. Das geht nur mit engagierten Mitarbeitern, die hinter dem Konzept stehen. Und die sollten mit der nötigen Zusatzqualifikation ausgestattet auch anständig bezahlt werden. Ein weiterer entscheidender Punkt ist, sich mit dem Rösten nicht zu verzetteln. Denn nebenbei – das geht wie beim Backen in die Binsen.

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