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Lebensmittelabfälle wirkungsvoll reduzieren

Das Reduzieren von Retouren ist für Bäcker ein wichtiges Thema. (Quelle: Archiv/Kauffmann)+
Das Reduzieren von Retouren ist für Bäcker ein wichtiges Thema. (Quelle: Archiv/Kauffmann)

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Nachhaltigkeit

Forschergruppe hat Möglichkeiten zur Abfallvermeidung in Produktions- und Konsumbereichen untersucht.

Braunschweig (abz). Vielen Privatpersonen und auch der Politik ist es ein Anliegen, Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Aber wie kann das gelingen? Obst und Gemüse, Bäckereien, Privathaushalte und Schulverpflegung – für diese vier Produktions- und Konsumbereiche haben Wissenschaftler im Forschungsprojekt REFOWAS (Reduce Food Waste) Handlungsoptionen zur Abfallvermeidung erarbeitet und im Braunschweiger Thünen-Institut mit Experten aus Politik und Praxis diskutiert.

Bei Bäckereien liege nach Institutsangaben eine große Chance darin, genaue Prognosesysteme für die einzelnen Filialen zu nutzen. Diese Systeme arbeiten mit Informationen zur Produktion in der Vergangenheit und verknüpfen diese mit weiteren Faktoren, wie Wetter und Ferientage. So lässt sich die Produktion bedarfsgerechter planen, und die Verluste sind geringer als bei emotionalen Entscheidungen, die aus der Situation heraus getroffen werden. Allerdings: „Nicht alle Maßnahmen, durch die eine Reduktion der Lebensmittelabfallmengen herbeigeführt wird, verringern auch die damit verbundenen Umweltwirkungen, wie den Energieverbrauch, die Treibhausgasemissionen oder führen zu einer Kosteneinsparung“, weiß Dominik Leverenz von der Universität Stuttgart. Deshalb sollen die vorgeschlagenen Reduzierungsmaßnahmen in den verbleibenden Monaten der Projektlaufzeit noch hinsichtlich ökologischer und betriebswirtschaftlicher Aspekte analysiert werden.

Privatverhalten nur schwer zu beeinflussen

In den Privathaushalten fallen regelmäßig große Mengen an Lebensmittelverlusten an, allerdings sind hier Verhaltensänderungen nur schwer zu bewirken. „Den Teller in jedem Fall leer zu essen, ist auch gesundheitlich nicht immer empfehlenswert“, erklärt Erika Claupein vom Max Rubner-Institut. „Dennoch ist Aufklärung und Sensibilisierung wichtig, sowohl bei der Frage, wann ein Lebensmittel wirklich entsorgt werden soll, als auch bei der Frage, wie sich Lebensmittelabfälle im Alltag ganz konkret vermeiden lassen.“

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