ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Themenkanal EDV & Software

„Mitarbeiterdaten wie Löhne können gehackt werden“

„Mitarbeiterdaten wie Löhne können gehackt werden“ (Quelle: privat)+
„Mitarbeiterdaten wie Löhne können gehackt werden“ (Quelle: privat)

Weitere Artikel zu


Reiner Veit vom Software-Anbieter Compdata zum Thema Datensicherheit

Das Gespräch führte

Ralf Küchle

Das Software- und Systemhaus Compdata in Albstadt in Baden-Württemberg ist auf Lösungen für Bäckereibetriebe spezialisiert. Seit 40Jahren betreut die Firma mit aktuell 60Mitarbeitern mittelständische Betriebe. Die ABZ hat mit dem geschäftsführenden Gesellschafter (65) zum Thema Sicherheitsrisiken aufgrund der digitalen Vernetzung gesprochen – auch vor dem Hintergrund jüngster „Cyber-Attacken“.

ABZ: Regierungen werden gehackt wie durch den amerikanischen Auslandsgeheimdienst NSA, sensible öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser sind von Cyber-Attacken betroffen. Wie schätzen aus ihrer Sicht mittelständische Unternehmen wie Bäckereien selbst die Gefährdungslage ein?

Reiner Veit: Mittelständler sind häufig nicht so vorsichtig, nicht so proaktiv. Fälle wie die der NSA führen einerseits zu einem Denken „das betrifft uns Kleine nicht“. Andererseits schärft die Nachrichtenlage auch das Bewusstsein, dass eine Bedrohung vorhanden ist.

Besteht aus Ihrer Sicht die Gefahr, dass eine Bäckerei in großem Stil gehackt wird?

Veit: Es gibt vieles, was zum Beispiel für Mitbewerber interessant sein kann. Mitarbeiterdaten wie können gehackt werden, um bessere Angebote zu unterbreiten. Mietverträge, Informationen zu neuen Standorten, Produktionsverfahren. Heute ist ja alles digitalisiert – jeder Ofen, Kasse oder auch Kühlschrank. Ein Zugriff auf Kundenkarten kann schon einen Schaden von 100.000Euro bewirken.

Privatpersonen sind vielfältig von Malware (Schad-Software) betroffen. Trojaner spionieren Computer aus, Ransomware klaut Daten.

Veit: Was besonders heikel ist. Diese Schad-Software wird millionenfach verschickt – auch an Betriebe. Wenn der Computer lahmgelegt ist, werden momentan in der Regel noch vergleichsweise geringe Summen verlangt. Danach wird der Computer rasch wieder freigeschaltet.

Wie können sich Bäckereien wappnen?

Veit: Firewalls verhindern, dass jemand in den Computer eindringt und Daten klaut, der Virenschutz, dass Computerviren, das Betriebssystem und andere Software-Komponenten schädigen. Bei Ransomware oder Trojanern müssen Dateianhänge geöffnet oder Links angeklickt werden. Hier ist es also auch wichtig, Mitarbeiter so zu zu sensibilisieren, dass sie nicht auf die Tricks der Gauner hereinfallen.

Was ist im Umgang mit diesen Schutzkomponenten zu beachten?

Veit: Auf jeden Fall ist wichtig, stets einen Update-Service mitzubuchen. Alles muss auf dem neuesten Stand sein. Jeden Tag sollte eine Datensicherung erfolgen, dann ist der Schaden, wenn etwas passiert, wieder zu beheben. Wir selbst sichern unsere Daten täglich. Einmal im Monat deponiere ich persönlich eine Kopie in einem Bankschließfach.

Was bietet ein IT-Dienstleister wie Compdata?

Veit: Wir haben erstklassig ausgebildete Mitarbeiter, die permanent an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Dann bieten wir unseren Kunden hochzertifizierte Hard- und an. Darüber hinaus sind wir in der Lage, sogenannte Penetrationstests durchzuführen und Angriffe auf die Infrastruktur des Kunden zu simulieren. Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und der Abhängigkeit von funktionierenden IT-Systemen ist der Einsatz eines professionellen Dienstleisters absolut sinnvoll und notwendig. Längst ist bekannt, dass Daten der Rohstoff der Zukunft sind.

Gibt es absolute Sicherheit?

Veit: Bei einem gezielten Hackerangriff sicher nicht. Eine Organisation wie die NSA hat alle Mittel, um auch in bestens gesicherte Systeme einzudringen. Auch beim Ziel, Mitarbeiter zum Anklicken von Schad-Software zu bewegen, werden die Betrüger immer trickreicher. So sind entsprechende E-Mails aktuell häufig als Bewerbungsschreiben getarnt. Inzwischen werden ja auch Versicherungen für Cyber-Risiken angeboten. Da ist man beim Mittelstand aber noch am Anfang.

r.kuechle@matthaes.de

Was abends nicht abverkauft worden ist, endet als Tierfutter oder wird zu Paniermehl verarbeitet.
Auch interessant

Die hohe Kunst gekonnten Retouren-Managements

Von Rainer Heck Im Bäckerhandwerk stehen viele Unternehmer täglich vor einem Dilemma, wenn es um die Reduzierung der Retourenquote geht. Einerseits verlangen die Kunden bis in die späten mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel