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Mit Qualität kontern Bäcker den LEH aus

Das kann auch der Bäcker: Kaffee mit Genussfaktor anbieten. (Quelle: Shutterstock/StudioByTheSea)+
Das kann auch der Bäcker: Kaffee mit Genussfaktor anbieten. (Quelle: Shutterstock/StudioByTheSea)

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Beim Snack- und Kaffee-Kongress in Wiesbaden sprachen Experten über die aktuellen Entwicklungen

Von Ralf Küchle

Die Möglichkeiten sind vielfältig, die veränderten Verzehrgewohnheiten gewinnbringend zu nutzen, aber das Konkurrenzumfeld wird immer komplexer. Das war eine zentrale Botschaft, die Bäcker beim kombinierten Snack- und Kaffee-Kongress, der am Dienstag und Mittwoch dieser Woche in Wiesbaden stattfand, mitnehmen konnten.

So geht aus Zahlen des Marktforschungsunternehmen Nielsen Company hervor, dass der Kaffeemarkt im LEH gesättigt ist. Bei Pads finde eine Konsolidierung statt, Kapseln seien rückläufig, ebenso Filterkaffee und löslicher Kaffee. „Die Preise sind stark im Fluss“, sagt Christiane Stuck von Nielsen.

Potenzial hätten Premiumkonzepte mit Kaffee im Außer-Haus-Markt. Das Bewusstsein für Kaffee sei durch die vielen innovativen Cafés und Kleinröster auf dem Markt gestiegen. Das sei auch eine Chance für Bäcker.

Technik kein Ersatz

für Wertschätzung

Wichtig ist dabei Flexibilität und ein systematisches Vorgehen. Dies zeigt auch ein Großer im Markt wie die Coffeeshop-Kette Starbucks. Franz Waltl von Starbucks Deutschland stellte besondere Kaffeekreationen und Brühmethoden vor. „Die Qualität der Bohne und Technik müssen aufeinander abgestimmt sein. Wenn der Mitarbeiter die Bohne nicht versteht und wertschätzt, hilft aber auch keine Technik.“

Angesagt sind pflanzliche Kaffeespezialitäten, wo die Kuhmilch durch Soja-, Kokosnuss- oder Mandelmilch ersetzt ist. Kaffeeexperte Dr. Steffen Schwarz vom Coffee Consulate betonte, dass diese Produkte bei entsprechender Schulung auch für Bäckereien geeignet seien.

Wichtig sei, dass alle Komponenten aufeinander abgestimmt würden. Wenn die Qualität von Snacks und anderen Produkten im Bäcker-Café nicht stimmt, nutzt das ausgefeilte Kaffeeangebot nichts.

Stimmen müsse auch die Präsentation, wie die Ladenbauer Aichinger und Schrutka Peukert betonten. Modulsysteme für das tageszeitlich wechselnde Angebot seien gefragt. Problemlos müssten neue Elemente integriert werden können.

Beim Ambiente wie beim Produkt seien Individualität und handwerkliche Anmutung angesagt – das passende Angebot im passenden Laden am entsprechenden Standort bei höchster Effizienz.

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