ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Mehr Brot – weniger Kultur

Weitere Artikel zu


Kommentar

Ja, die verstehen zu leben und zu genießen. Dazu gehört auch eine gehörige Portion Darstellungs- und Präsentationskunst. Sprich, aus relativ wenig doch recht viel machen zu können – und zu wollen. Ich will jetzt nicht behaupten, dass ein richtig gutes wenig ist. Aber verglichen mit rund 3200 registrierten deutschen Brotspezialitäten – teilweise sehr anspruchsvoll in der Herstellung – geht das beste Baguette unter.

Nun, das hindert die französischen Bäcker nicht daran, ihre recht singuläre Brotspezialität auf die Liste des immatriellen Kulturerbes der Unesco setzen lassen zu wollen. Mit einem prominenten Fürsprecher: Präsident (siehe Seite 5). Ich kann mich nicht erinnern, dass sich Kanzlerin Merkel auch nur für eine der 3200 Brotspezialitäten eingesetzt hat, die in Form deutscher Brotkultur auf der Liste stehen. Vergleichbar mit der französischen Esskultur, die ebenfalls gelistet ist.

Aber in Deutschland ist man ja schon froh, wenn sich die jährlich gekürten Brotbotschafter aus der Politik in einer Bäckerei zeigen und dreist behaupten, auch mal ein Brot gegessen zu haben – womöglich mit Genuss. Deutschland steht eben für mehr Brotespezialitäten und weniger Esskultur. Frankreich für Naturschutz für Bäckerei und Baguettes. Wie sagt der Franzose? C‘est la vie.

Soll Kulturstatus erhalten: das Baguette
Auch interessant

Das Baguette soll Weltkulturerbe werden

Paris (abz). Die französischen Bäcker fordern, dass ihre Baguettes auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der UN-Kulturorganisation Unesco kommen. Unterstützt werden sie dabei von mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel