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Brot versetzt in Kaufrausch

Nach Meinung eines Psychologen dienen Bäckereien im Vorkassenbereich von Supermärkten nicht vorrangig einem besseren Service für die Kunden. (Quelle: Archiv Wolf)+
Nach Meinung eines Psychologen dienen Bäckereien im Vorkassenbereich von Supermärkten nicht vorrangig einem besseren Service für die Kunden. (Quelle: Archiv Wolf)

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Ein Psychologe erklärt, dass Bäckereien nicht nur aus Service-Gründen im Vorkassenbereich von Supermärkten verkaufen.

Stuttgart (abz). platzieren Bäckereien ganz bewusst im Eingangsbereich - und dies nicht, um Service zu bieten, sondern um die Kunden unbewusst in einen Kaufrausch zu stürzen. Das sagt zumindest der Stuttgarter Werbepsychologe Franz Liebel auf der Online-Plattform  businessinsider.de.

Das Prinzip sei simpel: Bäckereien im Vorkassen-Bereich verbreiteten den Geruch von frischem Essen. Die senke die innere Barriere der Kunden, nur das Nötigste zu kaufen. Wer mit hungrigem Magen einkaufe, konsumiere mitunter doppelt so viel ein wie üblich, zitiert der Business Insider den Psychologen. Kunden, die den Geruch von frischem Brot in der Nase haben, kauften nicht nur mehr Backwaren, sondern auch andere Produkte. „Viele Kunden kaufen mit diesem Duft in der Nase später auch mehr Schokolade und andere Lebensmittel“, wird Liebel zitiert.

Bäckereien lassen Kunden langsamer werden

Teilweise genüge bereits der Blick auf die Backwaren, um aus Sicht der Supermarkt-Betreiber einen wichtigen Effekt zu erzielen. Liebel: „Die Bäckereien verlangsamen im Eingangsbereich unbewusst das Schritttempo der Kunden. Die Masche dahinter ist klar: "Wer gemächlich einkauft und nicht gehetzt seinen Einkaufszettel abarbeitet, der nimmt wesentlich mehr Produkte in den Regalen wahr", erklärt der Werbepsychologe.

Außerdem weist Liebel darauf hin, dass in den Supermarkt-Bäckereien häufig Zusatzstoffe mitgebacken würden, um die Kauflust zu steigern. In den USA werde Brot künstlich geröstet, um den Geruch von frischem Essen zu verstärken.

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