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Lose Ware weiter außen vor

Bei vorverpackten Backwaren müssen Zucker-, Eiweiß-, Fett, Kohlenhydrat- und Salzgehalt angegeben werden.  (Quelle: Wolf)+
Bei vorverpackten Backwaren müssen Zucker-, Eiweiß-, Fett, Kohlenhydrat- und Salzgehalt angegeben werden. (Quelle: Wolf)

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Lebensmittelinformations-Verordnung: Kennzeichnungspflicht nur für verpackte Ware / Informationspflicht bei Allergenen in loser Ware

Jetzt ist es amtlich: Lose Ware bleibt auch künftig von den Kennzeichnungsbestimmungen für vorverpackte Ware ausgenommen – das hat das Europäische Parlament Anfang Juli entschieden. Und auch die Ampelkennzeichnung ist vom Tisch. Denn der Kompromiss über die Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) ist nach langem Hin und Her nun in zweiter Lesung angenommen worden. Das heißt, für lose Backwaren besteht weiterhin keine Kennzeichnungspflicht. Bei verpackter Ware müssen künftig auf der Rückseite der Verpackung (tabellarisch aufgeführt) Angaben zum Zucker-, Eiweiß-, Fett- (inklusive gesättigte Fettsäuren), Kohlenhydrat- und Salzgehalt angegeben werden. Wie die Betriebe ihre Kunden künftig aufklären sollen, liegt jedoch in der Entscheidung der Mitgliedsstaaten. Die könnten eine farbliche Untermalung der Information anordnen. Aber der Bundestag hat vor kurzem schon einen entsprechenden Antrag Richtung Ampelkennzeichnung abgelehnt.

Das Bäckerhandwerk zeigt sich erleichtert darüber, dass die praxisgerechte Bereitstellung einer Allergeninformation künftig ausreichen wird. „Eine Kennzeichnungspflicht, wie die Etikettierung von loser Ware, wäre für die Betriebe praktisch unmöglich gewesen“, freut sich Peter Becker, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, dass nun die Ausgestaltung der Informationspflicht für Bäcker praktikabel bleibt.

„Seit Beginn des Gesetzgebungsverfahrens zur LMIV hat sich der Zentralverband unermüdlich dafür eingesetzt, dass die geplanten Regelungen Lebensmittel, die lose, also ohne Etikett, an den Verbraucher abgegeben werden, und solche, die zum alsbaldigen Verkauf vorverpackt werden, aus dem Anwendungsbereich der LMIV ausgenommen werden“, wertet der Zentralverband die jetzige Regelung in einer Pressemeldung als Ergebnis erfolgreicher Lobbyarbeit. Sicher nicht zu unrecht. Aber in einem Punkt konnte sich das Lebensmittelhandwerk nicht gegen die mächtige Lobby der Verbraucherschützer durchsetzen: Es gibt künftig eine Informationspflicht für allergene Stoffe in loser Ware – wohlgemerkt – Informations-, keine Kennzeichnungspflicht.

Die neue Regelung soll noch dieses Jahr in Kraft treten und die Betriebe erst nach einer Übergangszeit von drei bis fünf Jahren zur Umsetzung verpflichten.

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