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Fortsetzung von Seite 1: Privatwirtschaftliche Lösungen für betroffene Branchen gesucht / Berichterstattung der ZMP unverzichtbar
Bonn (age). Während eine Insolvenz der beiden Durchführungsgesellschaften des Absatzfonds, der CMA und der ZMP abgewendet werden konnte, dauern die Gespräche um mögliche privatwirtschaftliche Nachfolgelösungen weiter an. Hinsichtlich der zentralen Absatzförderung konzentrieren sich die Interessen der betroffenen Branchen offenbar auf ein gemeinsames Auslandsmarketing. Vor allem mittelständische Unternehmen sollen ihr Interesse am Neuaufbau einer Organisation bekundet haben, die ihre Teilnahme an Messen und Ausstellungen koordiniert und eine zentrale Exportförderung betreibt.
Für eine Nachfolgelösung zur ZMP sollen bereits von interessierter Seite Geschäftsmodelle vorgelegt worden sein. Es gebe Bestrebungen, kurzfristig „was in das Handelregister eintragen zu lassen“, erklärte der Generalsekretär des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) und Vorstandsmitglied beim Absatzfonds, Dr. Rolf Meyer, gegenüber dem Presse- und Informationsdienst Agra Europe. Dem Vernehmen nach wird nach einer Lösung gesucht, in der Verbände der Land- und Ernährungswirtschaft sowie Verlage einen Neuaufbau begleiten.
Gesucht werde eine breite Gesellschafterstruktur, die über die Agrarverlage hinausgehe, bestätigte auch der Pressesprecher des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Michael Lohse. Gebraucht würden Partner, die einen langen Atem hätten, da davon auszugehen sei, dass das neue Unternehmen zunächst keine schwarzen Zahlen schreiben werde. Man sei aber „guter Dinge, was hinzubekommen“, da ein Markt für eine neutrale Berichterstattung ohne Zweifel vorhanden sei.
Klar sei, dass es keine Eins-zu-eins-Lösung geben werde, sagte Lohse. Die jetzige ZMP verfüge über einen zweistelligen Millionenetat und beschäftigte rund 120 Mitarbeiter. Vorstellbar sei die Übernahme von 30 bis 50 Mitarbeitern.
Zuvor war den Mitarbeitern von CMA und ZMP zumindest insofern eine Last von den Schultern genommen worden, als vom Bundesministerium bestätigt wurde, dass es zu keiner Insolvenz der Gesellschaften kommen werde. Die Rechtsaufsicht des Ressorts gab grünes Licht, so dass Finanzmittel aus den Rücklagen des Absatzfonds bereitgestellt werden können, um eine Überschuldung der beiden Durchführungsgesellschaften des Absatzfonds abzuwenden.
Der Deutsche Bundestag wird voraussichtlich bis Mitte des Jahres das Absatzfondsgesetz aufheben. Die Liquidation von CMA und ZMP dürfte sich nach Angaben von Meyer aber über das laufende Kalenderjahr und möglicherweise noch bis in das Jahr 2010 hinziehen.
