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Lächeln hat einen neuen Preis

Qualifiziertes Verkaufspersonal will besser bezahlt werden als ungelernte Mitarbeiterinnen. (Quelle: Shutterstock/stockfour)+
Qualifiziertes Verkaufspersonal will besser bezahlt werden als ungelernte Mitarbeiterinnen. (Quelle: Shutterstock/stockfour)

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Der Mindestlohn steigt ab 1. Januar 2019 in zwei Stufen über 9,19 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde. Was bedeutet das für Betriebe mit und ohne Tarifbindung?

A us 8,84 Euro werden zunächst 9,19 Euro, ein Jahr später, ab 1. Januar 2020, 9,35 Euro. Das ist die , die der nehmen wird. Von Bedeutung ist dieser Anstieg für alle Branchen, in denen sich die gesetzlich festgelegte Minimalentlohnung nur unwesentlich über den Tariflöhnen bewegt.

Entsprechend sehen sich die Betreiber von Bäckereien in der Pflicht, den Abstand zwischen Mindest- und Tariflohn anpassen zu müssen: „Wir müssen unsere Löhne angleichen, damit die Mitarbeiter nicht das Gefühl erhalten, zum Preis eines Mindestlohns zu arbeiten“, sagt dazu Thorsten Teske, Prokurist der Bio-Bäckerei Beumer & Luthum in Hamburg.

Nicht der Mindestlohn, den die meisten Betriebe nach eigenen Angaben überschreiten, macht demnach die Belastung aus, sondern das Herstellen des alten Abstands zum Tarif. Und da könnten nicht alle Betriebe mitziehen, meint Hagen Lesch, Experte für Tarifpolitik beim Institut der deutschen Wirtschaft in Köln.

Der Volkswirt rät der Branche, mit dem Anstieg des Mindestlohns die Produktpreise zu erhöhen. Tatsächlich sei aber völlig unklar, wer seit Einführung des Mindestlohns 2015 für die Mehrkosten aufkomme: „Ist es der Verbraucher, der höhere Preise zahlt, der Chef, der auf Gewinn verzichtet oder die Belegschaft, deren Zulagen gekürzt werden“, fragt Lesch.

Der Zentralverband lehnt den Mindestlohn ab. Er sei und bleibe ein Eingriff in die Tarifautonomie, was der Verband missbillige. (aram)

Interview, Kommentar (S. 2), Bericht (S. 3)

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