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Bäckerei kündigt Verkäuferinnen

Eine Bäckerei hat sieben Verkäuferinnen gekündigt.  (Quelle: Symbolfoto: Fotolia)+
Eine Bäckerei hat sieben Verkäuferinnen gekündigt. (Quelle: Symbolfoto: Fotolia)

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Konflikt

Gewerkschaft vermutet Zusammenhang mit der Forderung der Frauen, nach Tarif bezahlt zu werden.

Großostheim (aram). Im Fall der sieben Verkäuferinnen, denen die Bäckerei Bickert mit Sitz in Großostheim vermutlich gekündigt hat, da diese nach Tarif bezahlt werden wollen, sagte der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Unterfranken (NGG), Ibo Ocak, am heutigen Donnerstag auf Nachfrage der ABZ, dass er in der kommenden Woche mit der Bickert-Geschäftsführung spreche werde. "Die Ziele sind klar: Rücknahme der Kündigungen und Bezahlung nach Tarif."  Außerdem sammle die Gewerkschaft aktuell Unterschriften in Bäckereien  im Raum Aschaffenburg gegen die Kündigungen, "um auch auf diese Weise Druck auf Bickert auzuüben".

Das war geschehen:

Der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Unterfranken (NGG), Ibo Ocak,  ist überzeugt davon, dass die Bäckerei Bickert mit Sitz im bayerischen Großostheim sieben ihrer Verkäuferinnen gekündigt hat, weil diese eine Bezahlung nach Tarif gefordert hatten. "Eine der Verkäuferinnen ist sogar schwanger. Das geht gar nicht", sagte Ocak heute im Gespräch mit der ABZ.

Gemeinsam mit den betroffenen Verkäuferinnen habe die Gewerkschaft gegen die Kündigungen beim eingereicht. "Über weitere Aktionen werden wir dann gemeinsam mit den Betroffenen beraten", so Ocak. Er könne sich auch eine Großdemonstration vorstellen, "zu der wir sicherlich 1000 Personen zusammenbekommen." Er denke außerdem darüber nach, Strafanzeige gegen die Geschäftsführung des mittelständischen Unternehmens zu stellen, wenn er beweisen könne, dass den Verkäuferinnen wegen ihrer Mitgliedschaft in der Gewerkschaft gekündigt worden sei.

Der Seniorchef der Bäckerei, die nach eigenen Angaben mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt, sagte gestern auf ABZ-Nachfrage, dass sein Betrieb Mitarbeitern durchaus höhere Löhne bezahle als diese bei ihrem vorherigen Arbeitsgeber verdient hätten. Darüber hinaus wollte er sich jedoch zu dem Verfahren nicht äußern, "da es noch nicht abgeschlossen ist".

Die Klage von Verkäuferinnen gegen ihre Kündigung verhandelt das Arbeitsgericht Aschaffenburg am 20. Dezember.
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Leser-Kommentare zum Artikel (1)

  • André Heuck, Augsburg 29.08.2017 um 21:13

    Betreff: Bezahlung nach Tarif Ich denke, das zeigt wiedermal ein riesen Problem unserer Branche. Viel zu viele Bäckereiinhaber kommen Ihrer Verpflichtung nach fairer Bezahlung in Tarifhöhe nicht nach. Ihnen ist offensichtlich nicht klar, dass sie neben dem Imageschaden für den eigenen Betrieb, auch die Zukunftsfähigkeit der gesamten Branche gefährden. Fachkräfte findet und hält man nur mit fairer Bezahlung. Ob nun Gier oder Not der Grund hierfür ist, in beiden Fällen kann man dies nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter austragen. Die klare Alternative ist Qualität zu angemessenen Preisen. Das bedeutet, Geld sparen und teure Backmittel und Backmischungen komplett raus und stattdessen einzigartige Qualität anbieten. Das ist übrigens das Mindeste was der Kunde erwarten darf!