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Fokus
Bäcker sind von angespannter Lage an Weltmärkten besonders betroffen
In Schwellenländern wie Indien und China steigt der Verbrauch von fossilen Energien explosionsartig an und gleichzeitig wird Weizen als Lebensmittel entdeckt: Zwei Entwicklungen, die über die globalisierten Weltmärkte in jeder deutschen Backstube in ihren Auswirkungen spürbar sind. Die gegenwärtige Verknappung des Getreides scheint kurzfristig zu keinen ernsthaften Versorgungsschwierigkeiten zu führen, darf vor dem Hintergrund des Klimawandels aber nicht unterschätzt werden. Australien beispielsweise, droht als klassisches Exportland für Weizen langfristig zum Importeur zu werden.
Das Bäckerhandwerk ist gleich doppelt betroffen: Einerseits ist Getreide einer der wichtigsten Rohstoffe, andererseits zählt das Backen zu den energieintensivsten Prozessen der Lebensmittelherstellung. Zwischen drei und fast sechs Prozent betragen heute die Energiekosten in Bäckereien, bezogen auf den Gesamtumsatz. Jährlich steigen die Preise für Gas, Strom und Öl im zweistelligen Bereich und erhöhen den Kostendruck, ein Ende ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil. Dass in diesem brisanten Kontext dann in Deutschland über das gutgemeinte, in seinen Auswirkungen aber nicht abgeschätzte Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien auf den Weg gebracht wird, verschärft offenkundig die Situation. Der ABZ-Monitor zeigt (Bericht Seite 8) aber, dass Zweidrittel der Betriebe dennoch optimistisch in die Zukunft blicken und mit einem deutlichen Umsatzplus rechnen. Auch die Investitionsbereitschaft in neue Backstubentechnik steigt merklich. Besonders bei neuen Backöfen lässt sich mit energiesparenden Systemen ein erheblicher Beitrag zur Verbesserung des Betriebsergebnisses leisten und gleichzeitig auch die Qualität der Backwaren steigern, so Uwe Keßelhut, Geschäftsführer von Wachtel. (Bericht ab Seite 12).
Auch durch den Wechsel des Anbieters lässt sich Stromsparen und einige Verbände, z. B. Sachsen, Württemberg und Baden, bieten ihren Mitgliedern günstige Stromrarife an, um trotz angespannter Weltmärkte und Monopolstellung der Energiekonzerne die Kosten im Griff zu behalten.
