ABZ - Das Fachportal für Bäcker


Kleine Gerichte, große Gewinner

Feines Angebot: Die Kongressmesse Snack zeigte Bäckern Trends und Perspektiven auf dem Markt auf.  (Quelle: Fedra)+
Feines Angebot: Die Kongressmesse Snack zeigte Bäckern Trends und Perspektiven auf dem Markt auf. (Quelle: Fedra)

Weitere Artikel zu


Snackkongress

Mehr als 400 Branchenvertreter kamen zur Kongressmesse Snack 2011 – ein Großteil davon Bäcker. Sie holten sich Anregungen für den Wettbewerb mit der Systemgastronomie – und zeigten sich angriffslustig.

Volles Haus. Auf der neuen Kongressmesse Snack in den Rhein-Main-Hallen waren die Vortragssäle oft bis auf den letzten Platz besetzt. Mehr als 400 Vertreter aus dem Bäcker- und Fleischerhandwerk, der Systemgastronomie und andere Marktkenner nutzten die Gelegenheit, um sich über Snackkonzepte und Trends zu informieren. 28 Zulieferer präsentierten Produkte und Lösungen. Stärkste Fraktion bei dem Branchentreff: Bäcker.

Eine gute Nachricht für sie: „Die Bäckerei ist für mobile Esser die Top-Verzehrsstelle außer Haus“, sagte Alexander Falser. In seinem Vortrag über die „Chancen und Perspektiven für die Lebensmittelbranche“ sprach der Marktforscher von Nestlé Deutschland von einem „Triumph der Bäckereien“. Wovon das Handwerk in Zukunft noch mehr profitiert: „Die Zahl der Menschen, die zu Hause frühstückt nimmt weiter ab“, betonte Falser. Und er verwies auf das Phänomen, dass der mobile Esser „mehr isst als der Durchschnittsbürger“.

Trends im Ausland

Dass Betriebe in Deutschland das Marktpotenzial längst nicht ausgereizt haben, erläuterte der Marktforscher Peter Backman am Beispiel von London. Der deutsche Snackmarkt liege zehn bis fünfzehn Jahre hinter der Entwicklung, sagte er. Backman zählte eine Reihe Ideen auf wie den Einsatz von Vouchern, digitalen Bestellsystemen, sozialen Netzwerken fürs Marketing oder „Food Trucks“ – Kleinlaster, mit denen Caterer etwa zu später Stunde vor Clubs fahren und den Appetit von Nachtschwärmern stillen.

Als kreative Konzepte in der Londoner Snackgastronomie nannte er neben anderen Chain chop'd, Pod, Bill's Produce und die Frozen-Yoghurt-Spezialisten Snog, Yoomoo Yog und Frae. Eine für Bäckereien gefährliche Entwicklung in der Metropole: Supermärkte steigen verstärkt ins Snackgeschäft ein.

Pierre Nierhaus beschrieb als andere starke Impulsgeber die Märkte in Asien und den USA. Ein Punkt, bei dem in Deutschland Nachholbedarf bestehe: „Produkte sind nicht alles“, betonte der Trendexperte und Gastronom. „Mehr Service, schnellerer Servcie, anderer Service“, fasste er einige  Herausforderungen zusammen, vor der Bäcker stehen. Im To-go-Geschäft ein Muss: innovative Verpackungen. „Da sind wir in Deutschland wirklich hinterher.“

Semmeln bei McCafé

„Deutschland liegt in der Entwicklung vielleicht fünf Jahre zurück“, hielt Rainer Pastätter dem englischen Marktforscher entgegen. Der Direktor der Heinritzi Betriebs GmbH, McDonald´s-Franchise-Nehmer mit 40 Filialen,  sieht hierzulande großes Potenzial. Als Wettbewerber, denen er Kunden abjagen will, fasst er nicht Systemgastronomen ins Auge. Sondern: „Bäckereien und Tankstellen“.

Pastätter kündigte in Wiesbaden eine Produktoffensive bei McCafé an. Noch in diesem Jahr sollen neue Backwaren ins Sortiment kommen. In Österreich seien die Restaurants erfolgreich mit Kaisersemmel und Kornspitz. „Ähnliches wollen wir jetzt in Deutschland ausprobieren.“ Zudem werde McCafé Patisserie bieten. Erweitern will das Unternehmen auch sein Getränkeangebot. So soll es etwa frisch gepresste Fruchtsäfte geben.

Darüber hinaus hübscht die Burger-Kette ihre Restaurants auf. In Grabenstätt am Chiemsee hat Heinritzi jetzt ein neues Konzept realisiert. Abgetrennte, geschlossene Küche, Teppichböden, Ipads für Kunden, Tische mit integrierten Spielkonsolen, Service mit Dessertwagen und eine Vielzahl weiterer Neuheiten zeichnen den Standort aus.

Über den Wettbewerb mit Bäckern sagte Pastätter: „Das Handwerk schaut sich einiges von uns ab. Das Image der Bäcker ist nach wie vor besser als unseres – da sind wir angreifbar.“

Optimismus im Handwerk

Zuversichtlich gaben sich auf der Kongressmesse die Bäcker. „Man sieht hier, welche Möglichkeiten auch außerhalb der reinen Backwaren-Welt sich für uns auftun“, sagte Bäckermeister Markus Dreher. Der Unternehmer ist überzeugt, dass das Handwerk gute Chancen im Wettbewerb hat. „Die Verbraucher haben Vertrauen in uns. Das Bäckerhandwerk erfährt eine hohe Grundakzeptanz.“ Das Wachstum für seinen Betrieb sei für „die nächsten Jahre abgesichert“.

Auch Bäckermeister Dirk Weinberg zeigte sich optimistisch. „Das Geschäft läuft, 2011 ist ein gutes Jahr für uns, betonte der Unternehmer aus dem schwäbischen Herrenberg. Von dem „Blick über den Tellerrand“ auf der Kongressmesse nahm er „viele Eindrücke mit“.

Um über den Tellerrand hinauszublicken, waren auch Gabriele Maurer- Naumann und Bäckermeister Wolfgang Naumann gekommen. Ihr Standpunkt: „Wir bauen unser Snack-Geschäft aus“, betonte die Chefin am Ende der Veranstaltung.

Einen ausführlichen Bericht über die Kongressmesse lesen Sie in der nächsten Ausgabe der ABZ.

Impressionen von der Veranstaltung: www.abzonline.de/bilder/snackkongress

Die Teilnehmer des Snackkongresses erhalten wertvolle Tipps. Foto. Fedra
Auch interessant

Ein leckerer Imbiss verführt Kunden

Das Außer-Haus-Geschäft boomt, und Bäcker mischen im Snackgeschäft mit. Wie sie Erfolg haben, erfahren sie beim Snackkongress. mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel