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Pranger durch die Hintertür

Foodwatch will gegen vermeintlichen Etikettenschwindel bei Lebensmitteln nun mit einer Online-Plattform vorgehen. (Quelle: Pixabay/Alexas_Fotos)+
Foodwatch will gegen vermeintlichen Etikettenschwindel bei Lebensmitteln nun mit einer Online-Plattform vorgehen. (Quelle: Pixabay/Alexas_Fotos)

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Kennzeichnung

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat eine Online-Plattform gestartet, auf der Verbraucher „Täuschung“ öffentlich machen können.

Berlin (abz). Die Verbraucherorganisation hat eine Mitmach-Plattform gegen Etikettenschwindel gestartet. Wie die Organisation in einer Pressemeldung schreibt, können Verbraucher ab sofort Lebensmittel, von denen sie sich im Supermarkt getäuscht fühlen, direkt online mit einem Foto und einem Kommentar hochladen.

"Täuschung ist leider eher die Regel als die Ausnahme im Supermarkt. Darauf wollen wir mit dem 'Schummelmelder' aufmerksam machen - und Politik und Lebensmittelwirtschaft endlich zum Handeln bewegen", erklärte Sophie Unger von Foodwatch. Die Verbraucherorganisation setzte sich seit langem für klarere Kennzeichnungsregeln ein.

Die bisherigen Vorgaben schützten nicht vor irreführenden Angaben auf Lebensmittelpackungen, so Foodwatch. Obwohl im EU-Lebensmittelrecht allgemein ein Verbot von festgeschrieben sei, könnten in der Praxis Hersteller dennoch oft ganz legal schummeln und täuschen - weil zum Beispiel selbst Zuckerbomben mit Gesundheitsversprechen, unausgewogene Babyprodukte als kindgerecht oder hochverarbeitete Lebensmittel als "natürlich" und "traditionell" beworben werden dürften.

Im Rahmen eines sogenannten REFIT-Prozesses soll das EU-Lebensmittelrecht (Basisverordnung 178/2002) zwar momentan überarbeitet werden. Der im April 2018 vorgelegte Reformvorschlag der Europäischen Kommission sehe allerdings keine Verbesserungen beim Schutz der Verbraucher vor Täuschung vor, kritisierte Foodwatch.

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