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Pflicht zu Nährwertangaben bleibt unklar

Laut ZV bleibt weiterhin unklar, ob handwerklich arbeitende Bäcker Nährwerte angeben müssen oder nicht.  (Quelle: Fotolia)+
Laut ZV bleibt weiterhin unklar, ob handwerklich arbeitende Bäcker Nährwerte angeben müssen oder nicht. (Quelle: Fotolia)

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Kennzeichnung

Zentralverband des Bäckerhandwerks bedauert einen Arbeitsgruppenbeschluss und sieht Ausnahmevorschrift für handwerklich hergestellte Lebensmittel eingeschränkt.

Berlin (abz). Mit ihrem Beschluss zur Nährwertkennzeichnung hat sich nach Ansicht des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV) die „Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz – Arbeitsgruppe Lebensmittel, Bedarfsgegenstände, Wein und Kosmetika“ (ALB) gegen eine generelle Ausnahme für handwerklich hergestellte Lebensmittel ausgesprochen. „Wir fühlen uns durch den aktuellen Beschluss der ALB seitens der Politik mit weiteren bürokratischen Belastungen für unsere Betriebe unverhältnismäßig schwer gegängelt. Die Angabe von Nährwerten innerhalb enger Toleranzgrenzen ist für eine handwerklich produzierende Bäckerei schlicht nicht möglich. Daher können wir nicht nachvollziehen, warum die in der LMIV vorgesehenen Spielräume durch die Politik und die zuständigen Ministerien nun ignoriert werden“, so ZV-Präsident Michael Wippler.

Laut EU-Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittelinformationsverordnung – LMIV) müssen vorverpackte Lebensmittel seit dem 13.12.2016 eine Nährwertkennzeichnung tragen, Ausnahmen sollten unter anderem für „handwerklich hergestellte Lebensmittel“ gelten. Der ALB-Beschluss schränke diese Ausnahmevorschrift für handwerklich hergestellte Lebensmittel jedoch in unnötiger Weise ein.

„Wir haben das Signal aus Brüssel bekommen, dass man mit den Ausnahmen vor allem auch die handwerkliche Produktion vor unmöglichen Pflichtangaben schützen wollte. Wir bewerten es zwar positiv, dass der Verkauf über Onlineshops nicht zwingend zur Angabe einer Nährwertdeklaration führt, dennoch stellt der nun vorgelegte Beschluss Hürden auf, die unnötig sind und dem europäischen Gesetzgebungswillen nicht gerecht werden. Wir hatten dies im Vorfeld mit dem Vorsitz der ALB besprochen und auf die Besonderheiten der handwerklichen Herstellung hingewiesen. Trotz der damals gezeigten Einsicht, wird die Situation unnötig erschwert; wir werden also weitere Gespräche mit den zuständigen Stellen führen müssen“, resümiert ZV- Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider. „Wir können nicht nachvollziehen, warum sich Deutschland nicht der österreichischen Handhabung anschließt, sämtliche in der Handwerksrolle eingetragenen Betriebe von der Verpflichtung zur Nährwertdeklaration zu befreien.“

Obwohl der Beschluss rechtlich unverbindlich sei, sei davon auszugehen, dass die amtliche Lebensmittelüberwachung auf dessen Grundlage viele Beanstandungen in den handwerklichen Betrieben aussprechen werde. Dies werde viele Bäckereien mit einem immensen bürokratischen Aufwand belasten. Präsident Wippler stellt fest: „Der Staat verlangt hier von uns Unmögliches. Doch nicht nur das: Mit diesem Beschluss ist immer noch keinem Bäcker klar, ob er jetzt eine Nährwertangabe machen muss oder nicht.“

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