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Kaffeekultur belebt das Geschäft

Service, Qualität und Lifestyleambiente: Lavazza, einer der Aussteller im Rahmen der Branchen-Veranstaltung, demonstrierte gelebte Kaffeekultur – ein Anschauungsunterricht mit Genusswert.+Zur Fotostrecke
Service, Qualität und Lifestyleambiente: Lavazza, einer der Aussteller im Rahmen der Branchen-Veranstaltung, demonstrierte gelebte Kaffeekultur – ein Anschauungsunterricht mit Genusswert.

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2. Deutscher Kaffeekongress lotet den lukrativen Markt aus: Kaffeebars mischen am Außer-Haus-Markt kräftig mit. Bäcker haben gute Chancen.

Von Reinald Wolf

ist Frequenz-, Umsatz- und Margenbringer und er belebt das Außer-Haus-Geschäft – McCafé, die steigende Zahl an Kaffeebars aber auch das Bäckerhandwerk lassen grüßen. Und die braune Bohne bietet nach wie vor Potenzial, wie die Aktivitäten und Kampfansagen einzelner Marktteilnehmer vermuten lassen. In Großbritannien geht man jedenfalls von einer deutlichen Zunahme der Zahl der Kaffeebars von jährlich etwa 600 bis 700 Standorten aus, wie Jeffrey Young auf dem 2. Deutschen in Wiesbaden ausführte. Wobei sich der zunehmend konzentriere, betonte Geschäftsführer des renommierten Markforschungsunternehmens Allegra Strategies. Weitere Trends: Es wird verstärkt auf die Kaffeequalität und die Kaffeekultur fokussiert, um sich am umkämpften Markt zu profilieren.

In England konzentrieren sich Dreiviertel des Marktes in den Händen von Costa Coffee (1342 Standorte), (743 Standorte) und Caffè Nero (490 Standorte). Ein Konzentrationsprozess, der auch für Deutschland zu erwarten ist. McCafé (737 Standorte), Tchibo (532 Standorte) und Starbucks (Standorte 144) sind jedenfalls in diese Richtung unterwegs, wie die Zahlen aus dem Jahr 2010 zeigen. Und noch etwas wurde auf dem von der Conference Group in Kooperation mit Titeln der Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag (Foodservice, Lebensmittel Zeitung, Allgemeine BäckerZeitung, Konditorei & Café) präsentierten Kaffeekongress verdeutlicht: Die führenden Kaffeebarkonzepte werden weiter Gas geben!

Sie werden weiter expandieren und an den Konzepten feilen. McCafé kann mit Expansionsraten von rund 10 Prozent jährlich aufwarten. Und: Jetzt ist auch der erste Freestander, unabhängig von Burger und Co., in der Mache. Zusätzlich wird das Snack- und Backwarensortiment forciert.

Starbucks gibt wieder Gas

Aber auch Starbucks will nach einer Schwächephase wieder angreifen. Vor allem in Deutschland, wo im Geschäftsjahr 2011 das beste Ergebnis seit 10 Jahren eingefahren wurde. Außerdem hat sich die Zahl der Filialen von 144 auf 153 erhöht. „Deutschland ist entwicklungsfähig“, weist Michael Specht, Starbucks-Geschäftsführer in Deutschland, auf das Potenzial in seinem Aufgabenfeld hin. Dabei ist auch die Verkehrsgastronomie interessant. Seit letztem Jahr ist Starbucks im Mainzer Hauptbahnhof präsent. Und in Essen wird bald der erste „Drive in“ eröffnet. 50 weitere sollen folgen. Insgesamt 500 Standorte vertrage der deutsche Markt. Was sicher für weitere Dynamik im Außer-Haus-Geschäft mit Kaffee sorgen wird. Für 2012 rechnet Specht mit 20 Neueröffnungen. Kleiner Trost für Bäcker: Das Foodkonzept ist mit 20Prozent Anteil weiterhin sekundär. Im Frühstücksgeschäft sieht er für Starbucks nicht das große Potenzial – noch nicht. „Jeder, der jetzt zum Bäcker geht, muss erstmal einen Grund haben, zu uns zu kommen“, deutet er aber an, dass auch nach diesem Segment geschielt wird. McCafé lässt grüßen.

Ansonsten setzt Starbucks auf innovatives Marketing, auf Lifestyle, auf ein partnerschaftliches Mitarbeiterkonzept und immer stärker auf individuelle Standortkonzepte und Standortinszenierungen. Schließlich will man mit dem emotional geprägten Motto „Starbucks bewegt die Menschen“ expandieren. Dazu gehört auch ein weiteres erklärtes Ziel: Leadership in Energy and Environmental Design (LEED), sprich die führende Rolle für umweltgerechtes und nachhaltiges Wirtschaften zu spielen.

„Nachhaltigkeit ist ein hochemotionales Element und eine Chance, sich im zu profilieren“, erklärt Achim Lohrie (Leiter Corporate Responsibility) ein wesentliches Element des Qualitätskonzepts von Tchibo. Wichtig dabei: Nachhaltigkeit müsse erlebbar gemacht und glaubhaft vermittelt werden. Als Beispiel nannte er das Tchibo Mount Kenya-Projekt.

Fairtrade, Nachhaltigkeit, Glaubwürdigkeit und Authentizität, Qualität und Emotionalität sind die Schlüsselbegriffe für den Erfolg im Kaffeegeschäft, so der Tenor auf dem 2. Deutschen Kaffeekongress. Das bestätigte auch die Deutsche Barista-Meisterin des Jahres 2009. Für Nana Holthaus-Vehse ist deshalb die Inszenierung des Kaffeegenusses von entscheidender Bedeutung. Dazu gehöre auch, edle Kaffee-Varianten mit exquisiten Geschichten zu verkaufen und eine Genusskultur, vergleichbar mit dem Wein zu etablieren. Hilfreich dürfte dabei auch das Rösten vor Ort sein.

Trends, die Bäcker bedienen sollten, um am Markt bestehen zu können. Einige machen das schon recht erfolgreich. So auch Marcus Fischer, der mit Reinhold Schärf einen idealen Partner für seine Kaffeehauskultur gefunden hat. Auch Peter Görtz hat die Zeichen der Zeit erkannt. Seine Devise: Kein Standort ohne Café. Auch „Drive In“ und „To go“ sind wichtige Themen, um die Reichweite der Standorte zu vergrößern.

Fazit: „Kaffee ist der Frontrunner im Außer-Haus-Geschäft“, wie Gretel Weiß verdeutlichte und „das Schlüsselprodukt heißt momentan Kaffee Latte“. Wichtiger Aspekt: Hier werden in erster Linie Emotionen verkauft.


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Belegte Brötchen und andere Snacks sorgen für steigende Umsätze. Der Wettbewerb am Markt allerdings wird härter.
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