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Jeden Tag ein bisschen böser?

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Bäckerinnen im Städtchen Moorrege wollen ein Rewe-Bauprojekt verhindern. Dem Bürgermeister gefällt das gar nicht.

Moorrege (hhk). „Jeden Tag ein bisschen besser“ - nicht jeder Bürger Moorreges hört den Slogan von Rewe zurzeit gerne. Der Lebensmitteleinzelhändler will in der niedersächsischen Gemeinde bauen. Im Handwerk regt sich Widerstand – ungewöhnlicher Widerstand.

Druck machen die Mitarbeiterinnen der örtlichen Bäckerei Eggers. Vergangene Woche hatte Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg eine von ihnen initiierte Unterschriftenaktion gegen den geplanten Rewe-Supermarkt für gescheitert erklärt: Die formalen Voraussetzungen für einen Einwohnerantrag würden fehlen, so seine Begründung.

Die Frauen widersprechen dem entschieden. Und gehen noch einen Schritt weiter: In einem Brief werfen sie Weinberg vor, in der Öffentlichkeit unrichtige Angaben gemacht zu haben – aus Sicht der  Initiative eine klare Verletzung von Dienstpflichten. Nun wollen die Bäckerinnen mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Verwaltungschef vorgehen. Generell beklagen sie das Manko an Transparenz seitens des Bürgermeisters. „Die Initiatoren hatten erwartet, dass sie in die Prüfung der Unterschriften miteinbezogen würden“, erklärt  Weinberg den Hintergrund. „Dies ist aber aus rechtlichen Gründen unmöglich.“  Auf die Frage, warum er sie vor seinem Gang an die Öffentlichkeit nicht auf die Unstimmigkeiten angesprochen habe, antwortet Weinberg: „Ich war und bin jederzeit zum Dialog bereit.“

Im Frühjahr 2011 hatten Mitarbeiterinnen der Bäckerei Eggers die Initiative ins Leben gerufen. Ausgangspunkt war der geplante Rewe-Supermarkt im Neubaugebiet Schafweide gewesen. Damit verbunden: Die Angst der Bäckerfrauen vor Umsatz- und Jobverlust.  Derzeit liegen dem Bürgermeister etwa 1000 Unterschriften gegen den Rewe-Bau vor. Auch Grüne und SPD stehen nach Angaben der Bürgerinitiative hinter ihnen. Der CDU-Bürgermeister kämpft weiter für das Projekt  - nun bei der Landesplanung in Kiel.  „Ohne Zustimmung des Bauausschusses Uetersen kann Kiel gar nichts ausrichten“, bemerkt Irene Oltersdorf, treibende Kraft der Initiative, zuversichtlich. Uetersen habe bereits seine Schmerzgrenze erreicht – mit der Genehmigung von 850 Quadratmetern. Fast die doppelte Größe wäre nötig, um für Investoren interessant zu sein.

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