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Jansen-Töchter übernehmen

Rechts: Barbara (l.) und Carolin Jansen bei der Lossprechung. Ganz links: Barbara mit Vater Michael. Oben: Carolin beim Stollenbacken. Links alle im Verkauf. (Quelle: privat)+Zur Fotostrecke
Rechts: Barbara (l.) und Carolin Jansen bei der Lossprechung. Ganz links: Barbara mit Vater Michael. Oben: Carolin beim Stollenbacken. Links alle im Verkauf. (Quelle: privat)

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Hat man erst mal das Abitur in der Tasche, geht’s für viele zunächst auf die Uni. Das scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein – nicht nur für das persönliche Umfeld. Aber ob das tatsächlich der einzige Weg ist? Für die Schwestern Barbara (23) und Carolin (26) Jansen aus Rees-Haldern ist er das nicht.

Vom Jurastudium

in die Backstube

Die Schwestern, die von klein auf vieles gemeinsam machen, haben zunächst Jura in Köln studiert und schnell gemerkt, dass das nichts für sie ist. Die Branche, die sie letzten Endes begeistern konnte: das Bäckerhandwerk.

„Meine Schwester wusste schon nach zwei Wochen, dass Jura nichts für sie ist“, sagt Barbara Jansen. „Bei mir war das so, dass ich erst 1½ Semester recht passioniert Jura studiert habe. Als ich dann aber nach den Semesterferien, in denen ich zuhause gearbeitet habe, in die Vorlesung zurückkam, habe ich mich völlig fehl am Platz gefühlt. Gemeinsam haben wir uns dann dazu entschlossen, das Studium abzubrechen.“

Gemeinsam arbeiten

im elterlichen Betrieb

Denn zuhause arbeiten, das heißt im Fall der Schwestern, in der elterlichen Bäckerei mitzuhelfen. Dort gibt es ein breites Konditoreisortiment mit Torten, aber der der Bäckerei Jansen liegt auf Kleingebäck, Brötchen, Brot. Also entschlossen sich die Schwestern 2015, in die Bäckerlehre zu gehen.

„Unseren Eltern haben wir erst mal nichts von unserem Plan gesagt“, sagt Barbara. „Wir wollten nicht, dass sie uns von unserem Weg abbringen. Außerdem wollten wir uns erst mit dem Gedanken an das Bäckerdasein anfreunden und uns darauf einstellen.“

Dann stellten sie die Eltern eines schönen Morgens während des Frühstücks vor vollendete Tatsachen. Entsprechend groß war die Überraschung: „Sie waren schockiert und hatten überhaupt nicht damit gerechnet.“ Aber die Schwestern konnten sie schnell von möglichen Sorgen befreien. „Wir hatten bereits nach Lehrstellen gesucht, waren auch schon Probearbeiten und haben ziemlich schnell Ausbildungsplätze gefunden und unsere Stellen sicher gehabt“, sagt Barbara.

Fleiß und Einsatz

zerstreut Skepsis

Anfängliche Skepsis gab es durchaus, auch von Seiten der Mitarbeiter. Diese konnten die Schwestern jedoch schon bald nach den ersten zwei Jahren zerstreuen, indem sie Ehrgeiz und Arbeitseinsatz zeigten, die Eltern unterstützen und im Büro mithalfen.

Ob die Eltern sie jemals gedrängt hätten das Handwerk zu erlernen und den Betrieb zu übernehmen? „Nein, gar nicht. Die haben von Anfang an gesagt ‚macht das, was euch Spaß macht und mit dem ihr euren Lebensunterhalt bestreiten könnt‘. Das ist ihre einzige Bedingung gewesen.“

Nach ihrem „Geständnis“ ging es ganz schnell: „Wir haben zuerst ab 2015 beide die Bäckerlehre gemacht. Meine Schwester in anderthalb Jahren und ich in zwei. Im Moment sind wir beide noch in der Konditoreilehre und möchten beide im Anschluss noch den Meister in Olpe machen.“ Barbara arbeitet derzeit in Düsseldorf bei der Konditorei Schlüter, Carolin im Betrieb der Eltern in Haldern.

Bäcker- und Konditorlehre

für den Überblick

Dass beide sowohl die Bäcker- wie auch die Konditorlehre machen, ist gewollt. „Wir möchten nicht, dass das später zwischen Verkaufs- und Backstubenleitung strikt getrennt ist. Wir wollen alles können, um uns gegenseitig vollständig vertreten zu können.“ Einen gesamten Überblick zu haben und alles regeln zu können, mache auch am meisten Spaß.

Schrittweise in die

Übernahmephase

Übergabe und Übernahme eines Betriebs ist für alle Beteiligten ein großer Schritt.
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