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Insgesamt geht es nachhaltig aufwärts


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ABZ-Monitor

ABZ-Monitor: 71,9 Prozent der Betriebe melden Umsatzzuwachs / Investitionen steigen

Was sich schon beim letzten ABZ-Monitor (ABZ Nr. 8) abgezeichnet hat, wird nun durch unsere aktuelle Umfrage bestätigt: Es geht im Bäckerhandwerk nachhaltig aufwärts. Daran konnten auch die Liberalisierung bei den Ladenöffnungszeiten und die Mehrwertsteuererhöhung nichts ändern. Der erwartete Kaufkraftschwund und eine verstärkte Kaufkraftabwanderung hin zu den Billiganbietern hat offenbar nicht stattgefunden. Bei insgesamt 71,9 Prozent der Betriebe ist der Umsatz im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum gestiegen, wie die von der ABZ beim Marktforschungsinstitut Marktplatz Hotel in Auftrag gegebene Umfrage ergeben hat. Dabei handelt es sich um eine Online-Befragung mit repräsentativen Aussagen aus bundesweit allen Betriebsgrößenklassen. Etwaige Abweichungen zu den Ergebnissen aus den Betriebsvergleichen der Verbände sind nicht zu vermeiden, schon weil nicht jedes Unternehmen per E-Mail zu erreichen ist. Außerdem werden keine absoluten Zahlen abgefragt. Die Antworten werden nach Prozentkategorien eingeteilt und ausgewertet (z. B. 0 bis 10 Prozent oder 10 bis 20 Prozent usw.). So gesehen bildet der ABZ-Monitor Tendenzen und Prognosen ab. In diesem Sinne ist er als Trendbarometer zu sehen.

Mehr Betriebe mit Umsatzplus

Ein durchaus positiver Trend ist eben die Umsatzentwicklung. Waren es bei unserer letzten Umfrage noch 57,4 Betriebe, die ein Umsatzplus meldeten, so sind es jetzt immerhin 71,9 Prozent. Eine erstaunliche Entwicklung, die durch einen durchschnittlichen Umsatzzuwachs von über 3 Prozent (z. B. im Bereich des BIV Niedersachsen/Bremen) bestätigt wird. Bei 26 Prozent der Betriebe ist der Umsatz zwischen 6 und 10 Prozent, bei 22 Prozent der Betriebe zwischen 1 und 5 Prozent gestiegen.

Relativieren muss man aber das Ergebnis dahingehend, dass die wirtschaftliche Entwicklung der großen und der kleinen Betriebe nach wie vor unterschiedlich verläuft. „Nur“ 50 Prozent der Betriebe mit einem Geschäft haben umsatzmäßig zugelegt. Bei Unternehmen mit 2 bis 6 Geschäften waren es 70 Prozent, mit 6 bis 15 Geschäften fast 80 Prozent. Bemerkenswert: Satte 100 Prozent der befragten Betriebe mit 16 bis 25 Geschäften haben zugelegt. Ab 25 Geschäften vermelden 90 Prozent der Unternehmen einen Umsatzzuwachs. Fast möchte man sagen, je mehr desto besser. Aber Achtung: Umsatz nicht gleich Gewinn und nicht jeder Zusatzumsatz verbessert das Ergebnis. Zudem muss man bedenken, dass die allermeisten sogenannten kleinen Betriebe ihren Umsatzzuwachs auf bestehender Fläche generieren. So ist sicher auch zu erklären, dass über 40 Prozent der befragten Unternehmen mit einem Geschäft gleich bleibende Umsätze haben. Bezeichnend für den insgesamt anhaltenden Aufwärtstrend im Bäckerhandwerk ist, dass sich jetzt immer mehr Unternehmer öffentlich zu einem eigentlich seit Jahren anhaltenden Umsatzzuwachs bekennen, so unser Eindruck, unabhängig von der Umfrage. Soll heißen: Da es fast allen besser geht, muss man nicht mehr so Angst haben, den Neid der Kollegen auf sich zu ziehen.

Optimistische Umsatzerwartung

Bezüglich der Umsatzerwartung zeigt sich, dass vor allem kleine Betriebe dem Frieden noch nicht ganz trauen. Trotzdem gehen insgesamt 66,7 Prozent der befragten Unternehmer von weiter steigenden Umsätzen aus. 31,6 Prozent rechnen mit Stagnation und 1,8 Prozent mit einem Umsatzrückgang. Bezeichnend auch hier, dass vor allem die größeren Betriebe mit über 16 Filialen zu 100 Prozent auf Umsatzzuwachs setzen. Frei nach dem Motto: Stillstand ist Rückschritt.

Bei Betrieben mit einem Geschäft gehen 45 Prozent von einem Plus und 50 Prozent von Stagnation aus. Auf bestehender Fläche zuzulegen ist nach wie vor nicht ganz einfach. Aber nur knapp 5 Prozent rechnen mit weniger Umsatz (22 % Anfang des Jahres). Auch bei den Unternehmen bis 6 Geschäfte hat sich der Optimismus bezüglich der Umsatzerwartung etwas verringert. Aber nur 2 Prozent (fast 10% beim letzten Mal) gehen von einem Umsatzrückgang aus.

Ab den Unternehmen mit 7 Geschäften ist die Umsatzerwartung eindeutig gestiegen. Hier macht sich wohl leiser Optimismus breit, während bei den kleineren Unternehmen von einer insgesamt gelinden Stabilisierung der Lage gesprochen werden kann – auch wenn der Markt nach wie vor heterogen ist und es die kleineren Unternehmen schwerer zu haben scheinen, am Markt zu bestehen.

Kerngeschäft mehr im Blick?

Erstaunliche Resultate erbrachte die Umfrage mit Blick auf die Angebotsgewichtung. Einleuchtend ist, dass das Snackangebot zunimmt. (immerhin durchschnittlich 10 Prozent Anteil bei den größeren Betrieben, Tendenz leicht steigend). Aber auch die kleinen Betriebe haben einen durchschnittlichen Snackanteil beim Umsatz von fast 7 Prozent. Das ist nichts überraschendes, wenn man bedenkt, dass das Bäckerhandwerk im Jahr 2006 beim Außer-Haus-Verzehr 5,8 Prozent zugelegt hat. Vor diesem Hintergrund ist auch zu verstehen, dass immer mehr Bäckereien auf ein Angebot mit Steh- und Sitzplätzen achtet. Denn in Verbindung mit dem Kaffeeangebot vor Ort lässt sich vor allem auch der Absatz an Feinbackwaren, Snacks und Co. forcieren.

Wirklich bemerkenswert ist aber die Zunahme des Umsatzanteils der befragten Unternehmen bei Brot, Brötchen und auch Feinbackwaren. Im Vergleich zum ABZ-Monitor Anfang März legten vor allem die großen Unternehmen hier um rund 3 Prozent zu. Und immerhin 30 Prozent der befragten Unternehmen gehen bei Brot von einem wachsenden Umsatzanteil aus. Das, obwohl das Bäckerhandwerk gerade im Brotbereich im vergangenen Jahr wieder 2,4 Prozent Marktanteil verloren hat.

Hier gibt es eigentlich nur zwei plausible Erklärungen: Gerade die großen Unternehmen wollen den sogenannten Massenmarkt nicht kampflos den Discountern und der Industrie überlassen. Zum anderen heißen die Erfolgskonzepte Spezialprodukte, Premiumqualität und offensives kreatives Marketing, wenn man den Massenmarkt nicht den Seiteneinsteigern überlassen will. Ein Thema, dem sich vor allem die kleinen Betriebe verstärkt stellen müssen.

Mit den Handelswaren zum Beispiel lässt sich der Umsatzrückgang im Brotbereich eigentlich nicht kompensieren – Ausnahmen bestätigen nur die Regel. Denn dieser Markt scheint ausgelutscht zu sein. Mit Ausnahme des Getränkesortiments, das noch anständige Margen verspricht. Vorausgesetzt, es wird richtig gemacht. Und die viel gepriesen Snacks müssen mit spitzem Stift kalkuliert werden.

Kostenanteile relativ konstant

Bei den Kostenanteilen hat sich seit dem letzten ABZ-Monitor nicht viel getan. Aber gerade bei den Kosten macht sich bemerkbar, dass sich unsere Umfrage auf die spontanen Aussagen der Befragten stützt. Nur so ist auch zu erklären, dass die kleinen Betriebe einen Energiekostenanteil von 15 Prozent angeben. Die Betriebsberater der Verbände kommen hier auf maximal 6 oder 7 Prozent. Hier macht sich die öffentlich geführte Energiedebatte bemerkbar. Man kann von einem gefühlten Energiekostenanteil sprechen, der zugegebenermaßen immer mehr in den Fokus gerät.

Egal wie hoch der Anteil nun sein möge. Der Energieeinsatz ist ein Thema mit zunehmender Bedeutung. Genauso wie die Personalkosten, die in großen Betrieben schon mal 40 Prozent und mehr erreichen können. Wichtig ist in dem Zusammenhang eben auch, personalintensiv Umsatz zu machen.

Investitionsplanung intensiviert

In Sachen Investitionsplanung lässt sich wieder ein deutliche Belebung beobachten. Wurde der erste Investitionsbedarf mit der iba 2006 und der Internorga 2007 gedeckt, so scheint jetzt die zweite Investitionswelle auf uns zuzukommen. Seit der im Januar getätigten und im März veröffentlichten Umfrage wollen die Unternehmen vor allem in den Bereichen Ladenbacköfen, Kältetechnik und Fuhrpark weiter zulegen. Aber auch die Backöfen sind wieder ein Thema.

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