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Individuelles statt Standards und Normen

Sarah Wiener misst der Diversität im Handwerk wichtige Bedeutung zu. (Quelle: Handwerk-Magazin)+
Sarah Wiener misst der Diversität im Handwerk wichtige Bedeutung zu. (Quelle: Handwerk-Magazin)

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Sarah Wiener

Die Fernsehköchin und Bäckerei-Inhaberin sieht das Lebensmittel-Handwerk gut aufgestellt. Bäcker müssen sich auf regionale Besonderheiten besinnen.

Berlin/Bad Wörishofen (abz). Das Lebensmittelhandwerk muss sich auf seine regionale Herkunft besinnen und ein Gegenkonzept zu den normierten und austauschbaren Produkten der Industrie schaffen, sagt Köchin im Interview in der August-Ausgabe von Handwerk-Magazin.

Für die Zukunft sieht Sarah Wiener das Lebensmittel-Handwerk gut aufgestellt, wenn es sich auf seine regionalen Besonderheiten besinnt: „Dazu gehört etwa eine möglichst große Lieferantentransparenz. Der Großhandel weiß gar nicht mehr, wo das Gemüse und das Obst herkommen. Hier sehe ich das Lebensmittelhandwerk als regionalen Partner der Erzeuger. Das Handwerk kann mithelfen, dem Bauern den Stolz auf seine Produkte zurückzugeben. Außerdem sehe ich ein Bekenntnis zum handwerklichen Herstellungsprozess, in dem jedes Produkt unterschiedlich aussehen kann, als Alleinstellungsmerkmal.“

So sehen beispielsweise handwerklich gefertigte Brötchen anders als Industriebrötchen aus, die absolut identisch aus der Maschine kommen: „Wir müssen die Bedeutung der Diversität wieder erkennen. Jeder Handwerker steht für eine individuelle Lösung. Diversität ist das große Pfund im Handwerk, dessen Produkte nicht genormt sind, sondern individuell. Und das große Pfund der Handwerker ist, dass sie Handwerker sind, Individualisten!“

Weiter sagt Sarah Wiener, dass es in der Gesellschaft eine Kultur der Normung gäbe, die gegen das Handwerk arbeitet: „Die Beurteilung von Qualität findet überwiegend über Standards und Normen statt.“ Bäcker, die seit Jahrhunderten existieren und großartige Produkte hervorbringen, verschwinden auf diese Weise.

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