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Immer genug Wechselgeld

Betriebsberater Ulrich Stoekle.+
Betriebsberater Ulrich Stoekle.

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Der ABZ – Tipp der Woche

Was ist der Unterschied zwischen einem Bäcker und einem Perserteppich? Der Bäcker muss morgens um 2 Uhr aufstehen – der Teppich kann liegen bleiben! Dieser altbekannte Branchenwitz erinnert amüsant daran, dass Bäcker in aller Frühe ihr Geschäft beginnen müssen. Zu keiner anderen Zunft also passt der fromme Wunsch besser, dass Morgenstund‘ bitteschön Gold im Mund haben sollte. Ansonsten könnte es passieren, dass Bäcker ihre ersten Rückschläge des Tages bereits zu Uhrzeiten erfahren, zu denen der überwiegende Rest der Berufstätigen noch gar nicht richtig wach ist. Ein Klassiker für diesen ersten Frust des Tages ist oft der Kunde, der kurz nach sechs Uhr morgens verschlafen die Bäckerei betritt. Er verlangt ein einziges Brötchen, lässt es sich verpacken und hält der Verkäuferin einen 50 Euro-Schein unter die Nase mit dem Kommentar: „Tut mir leid, kleiner habe ich es nicht!“ Sicher kein einmaliger Fall: Es scheint vielmehr ein Naturgesetz zu sein, dass der erste Kunde des Tages garantiert nie passendes Kleingeld bei sich hat. Aber wenn das nun einmal so ist, dann stellen sich die wahren Verkaufsprofis ganz einfach darauf ein. Sie sorgen dafür, dass ihre Kassen immer rechtzeitig mit einer ausreichenden Menge von Münzen ausgestattet sind. Dann stellt dieser 50 Euro-Schein gar kein Problem dar. In allen anderen Fällen aber spielen sich dagegen dramatische Szenen ab: Ein deutlich vernehmbares Stöhnen und Seufzen des Verkaufspersonals spricht Bände. Genau wie ein deutlich genervtes Augenverdrehen himmelwärts. Verbitterte Kommentare dazu wie: „Der Tag fängt ja gut an!“ sind keine Seltenheit. Der Störenfried Kunde kann einen noch so verschämten Hundeblick aufsetzen – helfen wird ihm das kaum. Betont umständlich wird ihm sein Geld mit nicht übersehbarer Mühe gewechselt. Er soll auf jeden Fall zu spüren bekommen, welch eine unverschämte Belästigung er diesem armen Verkaufspersonal bereits zu dieser Uhrzeit verursacht. Besonders erbaulich sind diese großen Geldscheine der Kunden in der Tat nicht. Und der beim Personal dadurch erzeugte Frust ist vielleicht menschlich noch zu verstehen. Geschäftlich allerdings nicht! Man könnte doch wenigstens versuchen, auch dieser 50 Euro-Provokation am frühen Morgen etwas Positives abzugewinnen: Hier kommt der erste Kunde des Tages! Und wenn er uns schon am frühen Morgen Geld zur Bezahlung hinhält, dann sollte das doch eher freuen als frustrieren.

Weitere Informationen:

Internet: www.us-beratung.de

E-Mail: ulrich.stoekle@t-online.de

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