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Hygiene in Bayerns Backbranche wird beanstandet

Blitzblank sollten Betriebe sein, doch die Zahl der Beanstandungen in Bäckereien steigt.  (Quelle: Archiv/Tork)+
Blitzblank sollten Betriebe sein, doch die Zahl der Beanstandungen in Bäckereien steigt. (Quelle: Archiv/Tork)

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Schlechte Nachricht für Bayerns Bäcker zum Jahresende. Hygienemängel rücken die Betriebe in ein schlechtes Licht.

München. (ried) Der nun vorliegende Bericht des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zeigt für das Jahr 2012 ein bedenkliches Bild der Hygienesituation in der bayerischen Backbranche. Darin heißt es: „Der Anteil an Mängeln, die als gravierend einzustufen waren, ist deutlich angestiegen. Dies ist ganz überwiegend auf zwei Bereiche zurückzuführen: Bei den Bäckereikontrollen stellte das LGL in 14 von 46 kontrollierten Betrieben (30,4 %) gravierende Mängel fest. Bei der Überprüfung von asiatischen Restaurants war dies in 15 von 26 kontrollierten Betrieben (57,7 %) der Fall.“ Damit liegt die backende Branche weit über dem Durchschnitt aller Betriebskontrollen. Im Schnitt wurden in insgesamt 14,8 % der Kontrollen „gravierende Mängel“ gefunden wurden.

Bäckereien im Fokus

Das schlechte Abschneiden der Backbetriebe mag auch daran liegen, dass durch den Müller-Brot-Skandal „Bäckereien 2012 verstärkt im Fokus der amtlichen Lebensmittelüberwachung standen“. Insgesamt wurden 351 reguläre Kontrollen bei 297 bayerischen Lebensmittel-Betrieben vorgenommen. Davon entfielen fast 18 Prozent – das sind 63 Kontrollen – auf die backende Branche. Die 63 Kontrollen wiederum wurden in 46 Bäckereien und Konditoreien vorgenommen.  Die aktuellen Ergebnisse dürften jedoch kaum dazu führen, dass der „Kontrollschwerpunkt Bäckereien“ zurückgefahren wird. Der Bericht resümiert: „Die häufigsten hygienischen Mängel waren stark verschmutzte und schadhafte Gerätschaften, Anlagen, Apparaturen und so weiter, Schwarzschimmel auf Gärgutträgern und Befall mit Mäusen, Motten, Käfern und Schaben. Häufig waren auch bauliche Mängel als gravierend zu bewerten.“ Auffällig waren dabei unter anderem Fremdkörperbefunde in Backwaren: „In fünf Fällen waren es Metallteile, dreimal Kunststoffteile, einmal ein Insekt und einmal Nagerkot, die zu Verbraucherbeschwerden führten.“

Probleme im Vorfeld

„Der hohe Anteil an Betrieben mit gravierenden Mängeln (…) resultiert nicht zuletzt daraus, dass die Spezialeinheit verstärkt von den Kreisverwaltungsbehörden zu umfassenden Kontrollen von Bäckereien hinzugezogen wurde, die bereits im Vorfeld als problematisch erkannt worden waren“, erläutert der Jahresbericht. Dennoch stimmt das Ergebnis bedenklich. Das zeigt auch ein Vergleich mit den Betrieben aus den „Kategorien Freizeitgastronomie und Catering“, die ebenfalls in einem „Schwerpunktprogramm“ überprüft wurden: Trotz einer vergleichbar hohen Zahl von überprüften Betrieben ist das Ergebnis ein völlig anderes: Fast zwei Drittel der Freizeitgastro- oder Cateringbetriebe hatten nur geringe oder keine Mängel.

Kommt ein Kontrolleur, könnte es für Betriebe bald teuer werden.
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