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Chance für Handwerksbäcker

Handwerksbäcker können mit qualitativem Brot punkten. (Quelle: Archiv)+
Handwerksbäcker können mit qualitativem Brot punkten. (Quelle: Archiv)

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Hygiene-Diskussion

Die prekären Hygieneverhältnisse in Großbäckereien könnten dem „Bäcker um die Ecke“ von Nutzen sein.

Günzburg (abz). Günther Weindl, Obermeister der Bäckerinnung im Kreis Günzburg, hat mit Entsetzen auf den Report der Verbraucherorganisation Foodwatch über Hygienemängel in reagiert. Er bezieht sich auf die schlecht ausgefallenen Hygienekontrollen in acht Großbäckereien. Darunter sei auch die schwäbische Landbäckerei Ihle gewesen, die in den Jahren 2012 bis 2016 bei 14 von 19 Kontrollen im Hauptbetrieb in Friedberg von „gering“ über „mittelgradig“ bis hin zu „gravierend“ aufwies. Das, was er durch diesen Report erfahren habe, sei entsetzlich, sagte er gegenüber der Augsburger Allgemeinen.

Weindl leitet in dritter Generation einen eigenen Betrieb in Großkötz. Was in der Vergangenheit bei Ihle vorgefallen sei, das hätte der Bäcker nicht für möglich gehalten. Er sei überzeugt, dass in zu großen Betrieben die Nähe zu den Nahrungsmitteln verloren gehe.

Dass schlechte Abschneiden der Großbetriebe sieht Weindl daher als für kleinere Bäckereien. Er hoffe darauf, dass die Verbraucher differenzieren und auch mal „ein paar Cent mehr zahlen“ würden für die mit Sorgfalt hergestellten Lebensmittel.

Im Landkreis Günzburg seien 32 Bäckereien in der Innung organisiert. Einmal im Jahr werde eine Hygieneschulung in Ursberg organisiert, und außerdem kontrolliere die Lebensmittelüberwachung die Bäckereien regelmäßig.

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Leser-Kommentare zum Artikel (1)

  • Erich Dederichs, Bonn 08.07.2017 um 09:06

    Betreff: Hygieneskandale wirklich nur bei Großbäckereien? Vorab: jeder negative Befund ist einer zu viel. Leider eignet sich dieses Thema nun wirkliuch nicht für einen Streit zwischen Handwers- und Großbäckereien.

    Die Zahlen von foodwatch stammen aus den Jahren 2012 - 2015. Die Zahlen für 2016 des Bayerischen landesamtes belegen, dass es insgesamtrund 3.000 Proben gegeben hat, davon 185 mit Beanstandungen, also rund 6 Prozent. Und die sollen alle nur in Großbäckereien passiert sein?

    Wegen gesundheitlicher Risiken wurden übrigens sieben Proben beanstandet, also 0,2 Prozent. Die meisten Beanstandungen gab es wegen falscher Zusammensetzung bzw. Beschaffenheit oder falscher Kennzeichnung.

    Also: Wer mit dem Zeigefinger auf andere zeigt, sollt6e daran denken, dass drei Finger auf ihn zurückzeigen (Gustav Heinemann).