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Hühnereier bleiben längerfristig Mangelware

Das Angebot an Hühnereiern wird europaweit über längere Zeit begrenzt bleiben. (Quelle: Fotolia)+
Das Angebot an Hühnereiern wird europaweit über längere Zeit begrenzt bleiben. (Quelle: Fotolia)

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In Folge des Fipronil-Skandals steigen die Preise / Behörden überprüfen eihaltige Lebensmittel / Einige Proben liegen über gesetzlichem Grenzwert

Stuttgart (dk). Die Folgen des im August hochgekochten Skandals um mit dem Insektengift kontaminierte bleiben für Händler und Verarbeiter wohl länger spürbar. Die Knappheit auf den Märkten nach der Vernichtung von Millionen von Eiern – zumeist in den Niederlanden – hat massive Auswirkungen auf das europaweite Angebot. Von Teuerungen bis zu 50Prozent ist die Rede.

Wie der Bundesverband der Deutschen Eiprodukten-Industrie (BVEP) mitteilt, haben viele Eierproduzenten ihre Ställe sperren oder sogar leer räumen lassen müssen. Die Eiererzeugung müsse mit neu aufgestallten Legehennen wieder aufgenommen werden, was jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen könne.

Lieferengpässe in allen Haltungsformen sind zwangsläufig zu erwarten, zumal jetzt die Periode hoher Nachfrage vor den Feiertagen einsetzt. Der Effekt verstärkt sich, wenn es um Eier von gentechnikfrei gefütterten Tieren mit intakten Schnäbeln geht.

Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) zufolge begannen die Behörden im August zu prüfen, ob auch eihaltige Lebensmittel vom Fipronil-Skandal betroffen sind. Rund 800 Proben sollen bis Ende Oktober ausgewertet werden, die Hälfte der Ergebnisse läge nun vor.

Experten werfen der

Regierung Verschleierung vor

So sollen von knapp 500 Proben mehr als 100 Rückstände von Fipronil enthalten. Jede vierte betroffene Probe liege sogar über dem gesetzlichen Grenzwert. Diese seien häufig in den Kategorien „Vollei getrocknet“ und „Feine Backwaren“ vorgekommen. Experten werfen laut SZ der Regierung die Verschleierung des wahren Ausmaßes der Affäre vor.

Dieser Interpretation hält der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) in einer Stellungsnahme seine rechtliche Sichtweise entgegen. Wenn laut BLL Lebensmittelhersteller in Unkenntnis mit Fipronil belastete Eier vor deren Rückruf verarbeitet haben, müssen sie nachweisen können, dass das Endprodukt den geltenden rechtlichen Anforderungen entspricht.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) habe Anfang August 2017 für Rohstoffe und verarbeitete Produkte die analytische Bestimmungsgrenze von 0,005 mg Fipronil pro kg benannt.

Das heiße, Lebensmittel, die Fipronil-Gehalte bis 0,005 mg/kg aufweisen, seien verkehrsfähig und müssten nicht vom Markt genommen werden. Bei verarbeiteten Produkten sind zusätzlich Verarbeitungsfaktoren zu berücksichtigen.

Produkte, die dem nicht entsprechen, seien nicht verkehrsfähig.

Bonn (abz). Am Eiermarkt in Deutschland und in der EU steigen die Preise weiterhin aufgrund des knappen Angebots. Grund sei der Fipronil-Skandal, in dessen Folge nicht nur Millionen Eier vernichtet, sondern auch Millionen von Hennen gekeult wurden. Nach A
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