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Hofpfisterei sammelt Unterschriften

Nicole Stocker (Mitte) übergibt die knapp 70.000 Unterschriften an Christian Magerl (Dritter von links). (Quelle: Hofpfisterei)+
Nicole Stocker (Mitte) übergibt die knapp 70.000 Unterschriften an Christian Magerl (Dritter von links). (Quelle: Hofpfisterei)

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Gentechnik

Die Münchener Bäckerei macht sich gegen die kommerzielle Nutzung von Agro-Gentechnik und gentechnisch veränderte Pflanzen stark.

München (abz). Es sei ein Signal der Bevölkerung gegen Agro-Gentechnik, heißt es in einer Mitteilung der . Nach der im vergangenen Herbst gestarteten Aktion übergibt die Bäckerei knapp 70.000 von Bürgern an die Politik. Der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz, Christian Magerl, nimmt die Unterschriftenliste entgegen. Die Forderung der Unterzeichner: Die Politik solle die kommerzielle Nutzung von Agro-Gentechnik und die Freisetzung von gentechnisch veränderten verhindern. Die Unterzeichner verlangen, dass – auch im Rahmen der TTIP- und CETA-Verhandlungen zwischen der EU und den USA – Bayern und Deutschland Gentechnik-frei bleiben.

Kundenversprechen

Die Hofpfisterei versteht sich nach eigenen Angaben als Pionier der ökologischen Lebensmittelherstellung. Ende der 70er-Jahre hatte der damalige Geschäftsführer Siegfried Stocker den Anspruch, die Brote aus möglichst naturbelassenen Rohstoffen zu backen. 1978 hat er diesen Grundsatz im Unternehmensleitbild der Hofpfisterei verankert: „Ziel der Hofpfisterei ist es, immer mehr Menschen, die dies schätzen, mit immer natürlicherem und ursprünglicherem, umweltbewusst hergestelltem, schmackhaftem Brot zu versorgen.“ „Auf dieses Versprechen vertrauen unsere . Die Hofpfisterei ist im Großraum München regelmäßig in jedem zweiten Haushalt vertreten, deshalb wollen wir auch in Zukunft an diesem Versprechen festhalten und für unsere Kunden kämpfen, dass Bayern und Deutschland Gentechnik-frei bleiben“, sagt Nicole Stocker, Geschäftsführerin der Hofpfisterei.

Unterschriftenaktion

Die Unterschriftenaktion hatte die Hofpfisterei mit einer begleitet und unter anderem ein eigens produziertes Magazin in den auflagenstärksten bayerischen Tageszeitungen beigelegt. Ziel der Aktion sei gewesen, die Bevölkerung über die Gefahren der Agro-Gentechnik aufzuklären. Die Hofpfisterei wolle die Menschen motivieren, Stellung zu beziehen und den Politikern ins Gewissen zu reden, damit der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen verhindert wird und Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Zutaten deutlich gekennzeichnet werden müssen, heißt es in der Unternehmensmitteilung. Dieser Forderung werde mit der Unterschriftenübergabe im bayerischen Landtag Nachdruck verliehen. Noch sei Deutschland größtenteils Gentechnik-frei, während in rund 20 Ländern weltweit bereits auf mehr als 175 Millionen Hektar gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden. Die Verhandlungen zum Transatlantischen Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) ließen jedoch das Schlimmste auch für Bayern und für Deutschland befürchten. „Deutsche Politiker kommen den Lobbyisten global agierender Agrarkonzerne immer weiter entgegen oder überlassen ihnen das Feld gleich komplett, obwohl die übergroße Mehrheit der Deutschen in der Landwirtschaft strick ablehnen“, sagt Nicole Stocker. „Gemeinsam mit 68.238 Bürgern fordern wir die Politiker auf, den Wählerwillen zu respektieren und Agro-Gentechnik zu verhindern.“

Ökolandbau

Einen Schutz vor Agro-Gentechnik bietet der Hofpfisterei zufolge derzeit der Ökolandbau. Die Bäckerei und die dazugehörige Meyermühle in Landshut seien bestrebt, so viel Öko-Getreide wie möglich aus Bayern zu verarbeiten. Somit leiste die Hofpfisterei ihren Anteil dazu, dass Flächen in Bayern frei von Agro-Gentechnik bleiben. Die Kampagne „Bayern Bio Regio 2020“ der Landesregierung bündele die Bemühungen, mehr Öko-Rohstoffe aus Bayern beziehen zu können, und biete neue Anreize für Landwirte, die ihren Hof auf ökologische Landwirtschaft umstellen wollen.


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