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Heiße Zeiten

Heiße Zeiten (Quelle: CHRISTOPH COERS)+
Heiße Zeiten (Quelle: CHRISTOPH COERS)

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Kommentar

Die Grünen haben’s schon immer gewusst, für den Mann im Weißen Haus ist er nur Bullshit, Freibäder verdanken ihm Rekordeinnahmen, Landwirte verzweifeln an der Impertinenz seiner Folgen – der Klimawandel lässt fast niemanden kalt. Schwitzen war die körperliche Reaktion auf die vergangene Hitzewelle, höhere Verbraucherpreise für zahlreiche Lebensmittel werden die Konsequenz an der Kasse sein.

Inwieweit da auch Bäcker die Hand aufhalten werden, ist das Resultat von Versuchung und Fakten. Tatsache ist, dass die Getreidepreise vor 30, 40 Jahren weit über den heutigen lagen, Brötchen aber preiswerter waren. Grund ist der geringe Anteil von Getreide an den Materialkosten eines Brötchens, die sich bei Veränderung der Getreidepreise im Promillebereich eines Cents verschieben. Die echten Preistreiber von Backwaren sind Energie- und Personalkosten.

Mit der großen Wahrscheinlichkeit, dass Extremwettereignisse wie Trockenperioden, Starkregen und damit Überschwemmungen in den kommenden Jahrzehnten zur Normalität werden, hat Getreide für Landwirte und Mühlenbetreiber das Potenzial von Spekulationsgut. Reale und angenommene Wetterlagen, echte und künstliche Verknappung werden die Preise dauerhaft hochtreiben.

Aber genauso wie sich Bäcker mit eigener Mühle weitgehend autark aufstellen können, hat dieser Sommer auch sein Gutes: Der Druck auf die Landwirtschaft wird deutlich stärker, sich dem Klimawandel aktiv anzupassen und nicht nur gebetsmühlenartig nach Subventionen zu rufen.

Getreidebauern müssen über den Bau von Regenrückhaltebecken, hitzeresistentere Sorten und die Verschiebung der Aussaat nachdenken.

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