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Handwerksbäckerei gesetzlich geschützt?

Kennzeichnung nach französischem Vorbild? Handwerksbäcker, die in Frankreich mit nebenstehendem Zeichen werben, müssen festgelegte Kriterien erfüllen. Foto/ (Quelle: Archiv/Kauffmann/Verband)+Zur Fotostrecke
Kennzeichnung nach französischem Vorbild? Handwerksbäcker, die in Frankreich mit nebenstehendem Zeichen werben, müssen festgelegte Kriterien erfüllen. Foto/ (Quelle: Archiv/Kauffmann/Verband)

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Back-Blogger initiiert Online-Petition, die für die klassische Form des Backhandwerks eine Kennzeichnung fordert

Über eine Online-Aktion sollen Unterstützer aktiviert werden, die sich für die von Handwerksbäckereien aussprechen. Damit will Initiator erreichen, dass der Begriff des Bäckers in Deutschland gesetzlich geschützt wird. Nach französischem Vorbild soll die Kennzeichnung „Bäckerei“ nur noch für Läden gelten, in denen Mehl gemischt, Teig geknetet und Brot gebacken wird. Nach Angaben von Schreyer darf sich in Frankreich nur dann noch ein Geschäft „Boulangerie“ (Bäckerei) nennen, wenn der Bäcker dort den Teig selbst knetet, Brot backt, keine Tiefkühlware verwendet und die frische Ware dort verkauft.

Im Gespräch mit der ABZ gibt sich Schreyer als Back-Blogger zu erkennen, dem das handwerkliche Backen am Herzen liegt. Er beschäftige sich beim Backen zuhause intensiv mit der Materie und sehe in seinem studentischen Umfeld, dass viele seiner Kommilitonen bei großen Back-Ketten und Discountern einkaufen. Auf die Idee der Kennzeichnung aufmerksam geworden ist er vor wenigen Wochen durch einen Beitrag im Magazin der Wochenzeitung Zeit, in dem das französische Bäckerei-Kennzeichnungsmodell vorgestellt worden ist.

Initiator Philipp Schreyer begründet die Aktion damit, dass jeden Tag eine Bäckerei aufgeben müsse. Ein Grund dafür könne der Preisdruck sein, der durch Backshops, Backautomaten bei Discountern und riesigen Ketten ausgeübt wird. Dabei werde dort nicht einmal gebacken, sondern nur aufgewärmt. Mit den Billigpreisen könne das nicht mithalten. Doch genau diese Bäcker sollen für ihr Handwerk ordentlich entlohnt und der Kunde nicht mehr getäuscht werden. Durch eine solche Kennzeichnung könne der Kunde selbst entscheiden, wo er kauft.

Auf die gibt es schon erste Reaktionen: Armin Juncker, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Großbäckereien schreibt der ABZ dazu in einem Online-Kommentar: „Die Geschichte lehrt, dass es nicht viel hilft, die erfolgreicheren Wettbewerber schlecht zu reden, weil das eigene Geschäft vielleicht etwas ins Hintertreffen geraten ist. Besser ist es, die Ärmel aufzukrempeln, gute Rohstoffe einzukaufen, Mitarbeiter/-innen gut zu bezahlen, Wert auf einen akzeptablen Standort und ein ebensolches Sortiment zu legen ... und wenn man dann noch Zeit hat, sich darüber zu informieren, welch grandioser Erfolg der französischen ‚Boulangerie-Aktion‘ vergönnt war. Außerdem kann man überlegen, was wohl die Kollegen Filialbäcker von einer solchen Bäcker-Schutz-Aktion halten werden.“ Der Geschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, Amin Werner, meint zur Petition: „Eine sicher gut gemeinte Aktion, ohne die Folgen genau zu durchdenken.“

Die Petition www.openpetition.de ) richtet sich an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages und läuft bis zum 9. Februar 2015. Aktuell gibt es rund 3000 Unterzeichner. Um eine Stellungnahme einzufordern werden Schreyers Angaben zufolge 50.000 Unterschriften benötigt.

Was halten Sie von einer gesetzlichen Kennzeichnung als Handwerksbäcker? Bitte schreiben sie uns: abz@matthaes.de.


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Ein Back-Blogger hat die Initiative zum Schutz des Begriffs Bäckerei gestartet.
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