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INTERVIEW der woche

Frank Ekkenga, Bäcker- und Konditormeister hat sich nach verschiedenen Berufssttationen innerhalb Deutschlands seit einigen Jahren in Hannover selbstständig gemacht. Mit seinem Ladenkonzept „Naschwerk“ zählt er zu den Preisträgern des Superladen-Wettbewerbs (siehe ABZ 24, Seite 6). Wir unterhielten uns mit ihm über sein Verkaufskonzept, das u. a. davon lebt, dass traditionelles Backen buchstäblich in den Vordergrund gestellt wird (siehe Seite 11).

ABZ: Sie sind mit ihren Läden bisher nur in Wohngegenden aktiv. Was hat Sie bewogen, mitten in der City einen Laden zu eröffnen?

Frank Ekkenga: Wir haben uns das ganz genau überlegt. Hier in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade haben wir eine sehr hohe Kundenfrequenz. Dies wollen wir nutzen, müssen aber natürlich auch entsprechende Pachtpreise bezahlen. Den Kunden wollen wir hier eine Qualitätsalternative zu Billigprodukten anbieten. Innerhalb weniger hundert Meter Umkreis sind mehrere Backdiscounter, die zugegebener maßen sicherlich gute Umsätze machen.

Unser Ziel ist aber ganz bewusst eine ganz andere Strategie. Wir wollen durch handwerkliche Einzigartigkeit in Produkt und Geschmack bei den Kunden ankommen. Die Kunden wissen auch, dass das seinen Preis hat.

ABZ: Sie haben hier einen Standort und den Laden eines Discounters übernommen. Kann man nun so einfach eine völlig andere Zielgruppe ansprechen?

Frank Ekkenga: Das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Wir tun hier einiges, um anders bei den Kunden wahrgenommen zu werden. Dies sind zum einem kleinere Umbauten in der Ladenoptik. Hierzu wurden zum Beispiel noch zusätzliche Leuchter eingebaut, die ein nostalgisches Flair bringen sollen. Zum anderen Backen wir im Laden. Damit ist nicht nur gemeint, dass wir abbacken, sondern dass wir hier auch Teige aufarbeiten, Massen anschlagen und verarbeiten, oder auch Baumkuchen vor den Augen der Kunden herstellen.

ABZ: Welche Bedeutung messen Sie diesem Backen vor den Augen der Kunden zu? Ist der Aufwand überhaupt vertretbar?

Frank Ekkenga: Dies ist eigentlich der Kern unseres Ladenkonzeptes. Durch das Backen wollen wir den Kunden Kompetenz zeigen. Die Kunden sehen, wer hinter den Produkten steckt.

Bei den Teiglingen des Discounters wissen die Kunden nicht mal, in welchen Land diese produziert wurden. Und genau hier wollen wir einen Gegenpol setzen. Ich und meine Mitarbeiter hier im Laden kommen so auch ganz anders mit den Kunden ins Gespräch. Gerade in einem Fachgeschäft ist das Gespräch mit dem Kunden absolut wichtig.

Es reicht schon lange nicht mehr aus, nur Danke und Bitte als Verkäuferin zu sagen. Sie müssen erzählen, erzählen, erzählen und so letztlich die Kunden informieren.

ABZ: Was ist es, was Sie dann den Kunden erzählen?

Frank Ekkenga: Natürlich müssen auch die Produkte für sich sprechen. Dies ist Grundvoraussetzung. Aussehen, Geschmack und Frische sind absolut wichtig. Gerade wenn Laufkunden zu Stammkunden gemacht werden sollen, muss dies auch verkauft werden. Wir weisen darauf hin, dass wir zum Beispiel beim Brot nur mit selbst gezüchtetem Natursauerteig arbeiten. In den Backwaren werden keinerlei Konservierungsstoffe verwendet – auch dies muss gesagt werden. Fertigmischungen werden bei uns überhaupt nicht verwendet.

ABZ: Sie bezeichnen sich als Bäckermeister und Konditor aus Leidenschaft und werben auch damit. Was bringt dies den Kunden?

Frank Ekkenga: Nur durch Fachwissen und Leidenschaft ist es überhaupt möglich, dass wir qualitativ hochwertige Backwaren und Brote in traditionelle Weise herstellen können. Unsere Rezepte sind zum Teil sehr alt. Ich suche diese aus alten Fachbüchern heraus und entwickele sie für unsere Bäckerei weiter.

Zu meinem Bäckerverständnis gehört aber auch, dass ich Mitglied der Bäckerinnung bin und ausbilde. Ständig werden bei uns junge Menschen zum Bäcker, Konditor und zur Fachverkäuferin ausgebildet. Schon nach kurzer Zeit haben sie Verantwortung im Betrieb, denn nur gemeinsam kann ein Betrieb unserer Größe bestehen. (pf)

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