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Handwerk vs. Großbäckereien

Ungleiche Verteilung: Der Handwerksbäcker zahlt die volle EEG-Umlage, die Industrie nicht. (Quelle: Fotolia/ABZ-Archiv)+
Ungleiche Verteilung: Der Handwerksbäcker zahlt die volle EEG-Umlage, die Industrie nicht. (Quelle: Fotolia/ABZ-Archiv)

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Die Spitzenverbände der Bäcker und des deutschen Handwerks gehen gemeinsam gegen die Wettbewerbsverzerrung durch die EEG-Umlage in ihrer jetzigen Form vor

Deutschlands Handwerksbäcker sind unfreiwillig zu einer konstanten Größe bei der Finanzierung der Energiewende geworden. Während Großbäckereien mit dem Argument, ins Ausland abzuwandern, Millionen Euro schwere Entlastungen bei der zuteil werden, steigen die Kosten für Handwerksbetriebe jährlich an.

Damit soll nun Schluss sein. Dies kündigen die Spitzenverbände zwar nicht zum ersten Mal an – klingen dabei aber kämpferisch und optimistisch wie selten zuvor. So spricht der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands, Daniel Schneider davon, dass „das Thema im Bundestag angekommen ist“.

Und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) will Mitte Juli ein Positionspapier mit klaren Forderungen zur Energiewende vorstellen. Das Ziel all dieser Vorstöße ist eine grundsätzliche Änderung der Finanzierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, das zum 1. April 2000 in Kraft getreten ist.

Schneider: „Es geht darum, den Befreiungstatbestand zu ändern.“ Damit würden Industriebetriebe wie die Bonback, die ihre Teig-Produkte ausschließlich über den Discounter Lidl vertreibt, eines aus Verbandssicht unrechtmäßigen Vorteils beraubt, der ihnen einen massiven Wettbewerbsvorteil beschert habe.

Auch nach Ansicht von Bäckerei- und Energieberaterin Andrea Stanzel (53) ist die Wettbewerbsverzerrung durch die EEG-Umlage, nicht die finanzielle , der eigentliche „Knackpunkt“. (aram)

Lesen Sie dazu auch Interview und Kommentar (S. 2) sowie den Bericht (S. 3)

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Leser-Kommentare zum Artikel (1)

  • Armin Juncker, Duesseldorf 11.07.2017 um 19:56

    Betreff: EEG-Umlage und Grossbäckereien 5 (iW: fünf) von über 11.700 Backbetrieben sind von der EEG-Umlage befreit. Das sind rd. 0,05% aller Betriebe unserer Branche. Wie kann das den Wettbewerb verzerren? Ihr gemeinsamer Umsatz dürfte im einstelligen Prozentbereich des Backmarktes insgesamt liegen. Wettbewerbsverzerrung? Außerdem backen diese Betriebe überwiegend TK-Ware. Wer ist dort großer Kunde? Vielleicht das Backhandwerk, das sich dort eine qualitativ hochwertige Sortimentsabrundung einkauft? Vielleicht auch die handwerklichen Handelsorganisationen? Daher nochmal: wo ist die Wettbewerbsverzerrung?
    "Millionen € schwere Entlastungen" soll es geben. Aha, und das für diese fünf Betriebe allein? Weil sie ansonsten "ins Ausland abwandern"? Ich kenne keinen solchen Betrieb.

    Probleme muss man erkennen und nach Kräften beheben, aber nicht erfinden!

    Armin Juncker
    Verband Deustch Großbäckereien eV