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Gute Ausbilder zeigen die Richtung an

Persönliche Ansprechpartner verstärken die Bindung der Azubis an den Betrieb. (Quelle: Zentralverband)+
Persönliche Ansprechpartner verstärken die Bindung der Azubis an den Betrieb. (Quelle: Zentralverband)

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Mögliche Maßnahmen des Betriebs zur Bindung von Azubis – vor, während und nach der Ausbildung

Von Ulrich Kroppenberg

Die demografische Entwicklung, das verminderte Angebot an Arbeitskräften und die sinkende Zahl von Ausbildungsverträgen werden spürbar. Der Dominoeffekt: wenn heute fehlen, fehlen morgen Fachkräfte und übermorgen Führungskräfte.

Was können Betriebe tun, um junge Leute nicht nur für den Bäckerberuf zu interessieren, sondern diese auch an ihr Unternehmen zu binden? Was ist mit Schülern, die bei einer Betriebsbesichtigung Interesse am Beruf zeigen, sich aber nie bewerben? Was ist mit denen, die einen Ausbildungsvertrag abschließen, aber dann nicht zur Ausbildung antreten? Was ist, wenn ein Azubi die Ausbildung abbricht?

Die folgenden Beispiele für Bindungsmaßnahmen geben Anregungen für den gesamten Ausbildungszyklus.

Betriebliches Engagement

noch vor Vertragsabschluss

Tage der offenen Tür dienen der Vorstellung des Betriebes und dessen Ausbildungskonzept. Offene Betriebsfeste ermöglichen einen Einblick in das Klima des Unternehmens.

Durch Probearbeiten, Praktika, Ferienjobs und Aushilfstätigkeiten erhalten Interessierte die Möglichkeit, in den Beruf hinein zu schnuppern. Aber auch Besuche, wie beispielsweise im Schokoladenmuseum, die von der Bäckerei bezuschusst werden, machen auf den Betrieb und sein Engagement aufmerksam. Weitere Optionen sind Besuche in Schulklassen oder ein Stand bei Bildungsmessen.

Der wichtigste Punkt ist jedoch die Nutzung digitaler und sozialer Medien zur Ansprache von Jugendlichen, die für Bäckereien zur Selbstverständlichkeit werden muss.

Zwischen Vertragsabschluss

und während der Ausbildung

Regelmäßiger per Mail, Newsletter oder durch Treffen hält ihren Betrieb dem Bewerber in guter Erinnerung.

Bieten sie Freunden oder Eltern des Azubis an, ihnen das Unternehmen zu zeigen. Zeitlich befristeter, vergünstigter Einkauf, Einladungen zu Betriebsfesten und Weihnachtsfeiern sowie Treffen mit anderen Azubis zeigen das Interesse des Betriebes am zukünftigen Azubi.

Transparente Ausbildungspläne, Schwerpunktausbildungen und betrieblicher Unterricht schaffen Anreize für Lehrlinge, sich ausbilden zu lassen.

Mentoren- oder Paten-Einsatz zeigen dem Azubi, dass er einen Ansprechpartner hat, der ihm zuhört. Kritik- und zeitnahe Übernahmegespräche ab dem zweiten Ausbildungsjahr sind für beide Seiten eine Möglichkeit, sich auszutauschen.

Betriebe sollten vermehrt die Karriereperspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten ihres Berufes aufzeigen. Neben einer angemessenen Vergütung sind diese Punkte wichtig für eine dauerhafte Azubi-Bindung.

Bindungsmaßnahmen

nach der Lehrzeit

Durch Einbindung fertiger Azubis in die Personalplanung zeigt der Betrieb seine Anerkennung der Azubis als vollwertige Mitarbeiter. Die Übernahmegarantie nach der Ausbildung oder vorübergehende Teilzeitverträge mit Perspektive einer Festanstellung zeugen von Interesse.

Personalmanagement

und Arbeitgebermarke

Jeder Betrieb sollte für sich ein spezifisches Azubi-Bindungskonzept zusammenstellen. Ein erfahrener Berater hilft, Zeit und Geld zu sparen.

Die von Azubis sollte mit anderen Personalmanagement-Instrumenten verbunden werden, wie Personal-, Karriere- Entwicklungs- und Weiterbildungsplanung – auch mit dem Aufbau einer Arbeitgebermarke (Employer Branding).

Auszubildende erhalten ab 1. September eine höhere monatliche Vergütung.
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