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Großeinkauf ohne einen Cent in der Tasche

Einfach das Smartphone ans Lesegerät halten. So funktioniert bargeldloses Zahlen bereits in vielen Geschäften. (Quelle: Fotolia)+
Einfach das Smartphone ans Lesegerät halten. So funktioniert bargeldloses Zahlen bereits in vielen Geschäften. (Quelle: Fotolia)

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Der LEH macht es vor und Bäcker müssen folgen: Die Umstellung auf bargeldlose Zahlungssysteme gewinnt an Dynamik

Von Dieter Kauffmann,

Arnulf Ramcke und Reinald Wolf

A cht Uhr morgens. Die Kunden einer Bäckerei versorgen sich auf dem Weg zur Arbeit mit Snacks für den Tag oder Brot für den Abend. Zehn Kunden wollen bedient werden. „Wartezeit“ kommt in der engen Taktung des Zeitbudgets nicht vor.

In dieser latent gehetzten Stimmung kündigt einer der Käufer an, die 2,30 Euro für sein belegtes Brot mit EC-Karte zahlen zu wollen. Und zwar ganz klassisch: Karte einführen, PIN eingeben, auf Verarbeitung warten, Karte entnehmen. Die Laune in der Bäckerei würde sich schlagartig verändern – und dies nicht in Richtung Entspannung.

Bargeldloses Zahlen gewinnt

immer stärker an Bedeutung

Diese Methode des bargeldlosen Zahlens scheidet für Betriebe wie Bäckereien, die mit Kleinstbeträgen handeln, also aus. Umso intensiver müssen sie sich mit Alternativen beschäftigen. Experten sind nämlich überzeugt, dass auch in Deutschland in den kommenden Jahren bargeldlose Bezahlformen an Bedeutung gewinnen werden.

„Im Idealfall genügt eine einzige App, um beim um die Ecke Brötchen zu kaufen, im Onlinehandel Schuhe zu bestellen und den Kindern das Taschengeld zu zahlen. Die Entwicklung geht in die Richtung“, sagt Carl-Ludwig Thiele, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank.

Die Zukunft besteht aus

drei Buchstaben: „NFC“

Damit hat der Banker genau die Klientel angesprochen, die im Zuge der Digitalisierung 4.0 Zahlungsmethoden benötigen, die effizient für Verkäufer wie Kunden sind. Eine Möglichkeit ist die neue Funktechnik , was für „Near Field Communication“ steht und „Kommunikation über kurze Distanz“ bedeutet.

Deutsche wollen es

mit dem Daumen machen

Dabei werden Karte oder Smartphone in einem Abstand von maximal vier Zentimetern vor ein Lesegerät gehalten. Zwei Funkchips tauschen in weniger als einer Sekunde verschlüsselt Daten aus – und der Bezahlvorgang ist beendet.

Noch lieber würden es die Deutschen mit dem Daumen machen. Nach einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom wollen 81 Prozent der Kunden ihren Finger auf einen Scanner legen, um damit die Summe des Bons freizugeben. Damit würde die Technik genutzt, die bereits zum Entsperren des Smartphones gängige Praxis ist.

Davon ist das Bäckerhandwerk noch weit entfernt. „In der Branche sind bisher vor qallem Kundenkarten und in geringer Zahl auch EC- bzw. Girocards im Einsatz“, sagt Josef Hartmayer. Allerdings zahlenmäßigweit weniger als im Lebensmitteleinzelhandel (LEH), wie der Betriebsberater des Landesinnungsverbands Württemberg ergänzt.

„Die anfallenden Kundenbons sind im Bäckerhandwerk vergleichsweise niedrig – und die entsprechenden Transaktionskosten waren in der Vergangenheit viel zu hoch“, so seine Erklärung für die Zurückhaltung.

Moderne Lesegeräte

können alle Bezahlformen


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