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Bäcker muss Schmerzensgeld zahlen

Das Oberlandesgericht Nürnberg hat der Kundin einer Bäckerei 3200 Euro Schmerzenesgeld zugesprochen. (Quelle: Fotolia)+
Das Oberlandesgericht Nürnberg hat der Kundin einer Bäckerei 3200 Euro Schmerzenesgeld zugesprochen. (Quelle: Fotolia)

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Frau stürzt vor der offiziellen Ladenöffnung über Holzpalette. Das Gericht spricht ihr eine Mitschuld von 40 Prozent zu.

Burglengenfeld (abz). Wer Kunden vor den Öffnungszeiten in den Laden lässt, muss Stolperfallen beseitigen. Eine Kundin, die in einer Bäckerei gestürzt war, hat jetzt vor dem Oberlandesgericht Nürnberg 3200 Euro Schmerzensgeld erstritten. Im Sommer 2015 war die Frau in einer Bäckerei in der Nähe der ostbayrischen Stadt Burglengenfeld über eine Palette gestolpert. Sie stürzte auf den Fliesenboden und zog sich schwere Knieverletzungen zu, die sie bis heute beeinträchtigen.

Landgericht hatte Klage noch abgewiesen

Bereits vor dem Landgericht Amberg forderte sie Schmerzensgeld sowie den Ersatz des Haushaltsführungsschadens. In der Berufungsverhandlung war nun das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg zuständig. Das Landgericht Amberg hatte ihre Klage abgewiesen, da sich die Holzpalette deutlich sichtbar von dem Fliesenboden abgehoben habe. Die Klägerin hätte sie bemerken müssen. Dagegen war jetzt das Oberlandesgericht der Meinung, dass in der Bäckerei die Verkehrssicherungspflicht schuldhaft verletzt worden ist.

Da die Klägerin die Bäckerei bereits vor der offiziellen Ladenöffnungszeit betreten hatte, stellte sich dem die Frage, ob ein Ladeninhaber bereits offiziellem Geschäftsbeginn die Pflicht hat, Stolperfallen zu beseitigen. In einer Bäckerei, so das OLG, richteten die Kunden ihre Aufmerksamkeit in erster Linie auf die Waren im Verkaufsregal und nicht auf Gegenstände auf dem Fußboden.

Allerdings geht das Gericht von einer erheblichen Mitschuld der Klägerin aus, die es mit 40 Prozent angesetzt hat. Diese Mitschuld begründen die Richter damit, dass jeder Kunde, der vor der offiziellen Ladenöffnung ein Geschäft betrete, damit rechnen müsse, dass Waren angeliefert und eingeräumt werden.

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